Echtzeit-Überweisungen

Handel in Deutschland begrüßt Instant Payment

Laut dem Einzelhandelsverband (HDE) sehen die deutschen Einzelhändler die Einführung von Echtzeit-Überweisungen positiv. Allerdings dürfe Instant Payment nicht auf das klassische Onlinebanking beschränkt bleiben.

Bisherige Zahlungsverfahren behelfen sich stets mit einer Vorab-Benachrichtigung über die Zahlungsausführung. Abwicklung und Gutschrift der Beträge erfolgen nachgelagert mindestens einen Bankarbeitstag später. Instant Payment dagegen biete eine efizientere Abwicklung mit nur einem Vorgang, da Initiierung, Autorisierung und Abwicklung der Zahlung in einem Arbeitschritt erfolgen. „Händler erkennen sofort den finalen Zahlungseingang, ohne das ein Intermediär eingeschaltet werden muss, der dafür Gebühren aufruft“, erklärt Ulrich Binnebößel, Zahlungsverkehrsexperte beim Handelsverband Deutschland.

Nach Ansicht des HDE dürfe Instant Payment nicht auf das klassische Onlinebanking beschränkt bleiben. „Um das volle Potential auszuschöpfen, brauchen wir praktikable Instant Anwendungen auch im stationären Bereich und bei In-App-Zahlungen im Onlineshopping. Banken sollten sich hier öffnen und an einer Verwirklichung mitarbeiten.“ Der Handel entwickele derzeit Schnittstellen, die eine schnelle Übergabe der Zahlungsinformationen von der Händlerkasse an das Gerät des Kunden ermöglichen, damit dieser ohne Zeitverlust eine Echtzeitüberweisung auslösen könne. Es läge nun an den Zahlungsinstituten, die Schnittstellen in ihre Apps zu integrieren um ein gute Nutzererfahrung zu ermöglichen. „Für einen Markterfolg ist es zudem nötig, die Ausführung von Instant Payments nicht gesondert zu bepreisen.“ Binnebößel mahnte, dass nur mit der Umsetzung der Echtzeit-Überweisung das Girokonto langfristig Bestand haben könne, da ansonsten andere Spieler im Markt diese Gelegenheit nutzen würden.

Michael Frantze / 12.07.2018 - 10:59 Uhr

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