Einzelhandel

HDE lehnt Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen ab

Stefan Genth
Stefan Genth

Um die Tarifbindung im Einzelhandel weiter zu steigern, fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf, konstruktiv über die Modernisierung der Tarifverträge zu sprechen.

38% der Beschäftigten im Einzelhandel sind in unmittelbar tarifgebundenen Unternehmen tätig, berichtet der Handelsverband Deutschland (HDe und beruft sich dabei auf die Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Darüber hinaus haben sich viele Unternehmen durch Vereinbarung im Arbeitsvertrag dazu verpflichtet, die Branchentarifverträge ganz oder teilweise anzuwenden. So findet für 60% (West) bzw. 44% (Ost) der Beschäftigten, die bei nichttarifgebundenen Mitgliedern im Arbeitgeberverband arbeiten, bei der Vergütung eine Orientierung an den tariflichen Löhnen und Gehältern statt.

„Die Zahl der Arbeitnehmer im Einzelhandel, die in tarifgebundenen Unternehmen beschäftigt ist, ist seit Jahren relativ stabil. Für eine Steigerung der Tarifbindung müssen wir gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi die Tarifverträge attraktiv und zeitgemäß gestalten“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Gewerkschaft Verdi müsse deshalb endlich konstruktiv über die Anpassung der Entgeltstrukturen sprechen. Die derzeitigen Entgeltstrukturen stammen aus den 20er Jahren des vorherigen Jahrhunderts und bilden nicht mehr die aktuellen Arbeitsbedingungen ab. Die Schwächung der Tarifautonomie durch staatliche Einmischung dagegen sei der falsche Weg. Deshalb lehnt der HDE die Verdi-Forderung nach einer Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen ab.

Michael Frantze / 25.07.2017 - 09:23 Uhr

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