Einzelhandel in Deutschland

HDE warnt vor City-Maut und Fahrverboten

Verkehrsbelastung in Innenstädten nimmt zu (Foto: Pixabay)
Verkehrsbelastung in Innenstädten nimmt zu (Foto: Pixabay)

Die Einführung einer City-Maut und Fahrverbote in deutschen Innenstädten hält der Handelsverband Deutschland (HDE) für keine gute Idee. Diese würden die Kunden vom Einkaufen in den Stadtzentren nur abschrecken.

Der HDE setzt sich angesichts der oft überforderten Infrastruktur in den Städten für neue Verkehrskonzepte ein. Verbote aber seien nach Ansicht des HDE der falsche Weg.

 

„City-Maut und Fahrverbote schrecken die Kunden vom Einkaufen in den Stadtzentren ab. Das ist angesichts der in den letzten Jahren ohnehin schon zurückgehenden Kundenfrequenzen brandgefährlich für den Handelsstandort Innenstadt“, erklärt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Politik und Kommunen sollten daher die Diskussionen über die Einschränkung von Mobilität beenden und rasch positive Alternativen entwickeln. Verbote für Autos seien nicht zielführend, so Genth weiter. Vielmehr gehe es darum, den öffentlichen Personennahverkehr, das Fahrradfahren und andere Fortbewegungsmittel zu stärken, um die Menschen von den Vorteilen dieser Transportmittel zu überzeugen. Der Umstieg auf Elektro-Autos löse dabei nur einen Teil des Problems.

 

Der HDE sieht deshalb die Politik in der Pflicht, moderne Verkehrskonzepte zu erstellen und so den innerstädtischen Verkehr zu entzerren. Dabei könnten beispielsweise der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, die Förderung des Fahrradverkehrs oder einfachere Genehmigungen für Nachtlogistik helfen. „Der Handel steht bereit, seinen Beitrag zu leisten. Ein Teil der Handelslogistik könnte zu verkehrsarmen Nachtzeiten abgewickelt werden. An zentralen Standorten ist auch mehr Anlieferung per Fahrrad denkbar. Um das allerdings in die Praxis umsetzen zu können, müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden“, so Genth. Für den Lieferverkehr seien konsequent freizuhaltende Lieferzonen unverzichtbar. Hier gelte es, neue Kennzeichnungen und höhere Strafen für Falschparker zu erarbeiten.

 
Michael Frantze / 25.04.2019 - 12:00 Uhr

Weitere Nachrichten