IFO-Index

IFO: Konjunktur-Risiken nehmen für das vierte Quartal 2019 zu

Produktion des Verarbeitenden Gewerbes (Foto: Ifo-Institut)
Produktion des Verarbeitenden Gewerbes (Foto: Ifo-Institut)

Die deutsche Industrie befindet sich laut IFO-Index weiterhin in einer Rezession: Auftragseingänge und jüngste Einkaufsmanager-Indizes deuten auf keine kurzfristige Trendwende hin.

Auch hat die deutsche Produktion im Vergleich zur globalen Produktion klar enttäuscht. Doch gerade hier könnten sich erste Hoffnungsschimmer ergeben, so die IKB. Denn historisch folgt die deutsche Industrieproduktion relativ eng dem globalen Industriezyklus. Aktuell hat sich allerdings eine deutliche Kluft geöffnet. Auf Grundlage des globalen Industriezyklus mag deshalb mit einer gewissen Korrektur der deutschen Industrieproduktion zu rechnen sein. Allerdings bleibt auch der globale Verlauf alles andere als überzeugend.

Ifo: Unternehmensstimmung in Deutschland weiterhin im Sinkflug

Seit Herbst 2018 trübte sich das Geschäftsklima mit Ausnahme der leichten Aufhellung Anfang des Jahres 2019 ein, so Ifo. Im August sank der Ifo-Indikator erneut klar um 1,5 Zähler auf 94,3 Punkte. Auch hätten sich wieder beide Teil-Komponenten deutlich eingetrübt: Sowohl die aktuelle Lage wurde schlechter beurteilt als auch die Geschäftsperspektiven. Der Indikator für die Erwartungen sank um 0,9 Zähler auf 91,3 Punkte, und der für die aktuelle Einschätzung fiel sogar um 1,5 Zähler auf 97,3 Punkte.

Bezogen auf die Wirtschaftssektoren blieb das Verarbeitende Gewerbe wie erwartet klar im Rückwärtsgang. Auch im Handel gab der Indikator nach; Treiber des Rückgangs war vor allem der Großhandel. Beunruhigend ist die merkliche Stimmungseintrübung im Dienstleistungssektor. Die Probleme der deutschen Industrie infolge des schwächeren weltwirtschaftlichen Umfelds scheinen sich mehr und mehr auf den Binnenmarkt in Deutschland zu übertragen. Das deutsche BIP ist wie erwartet im zweiten Quartal 2019 leicht geschrumpft. Inzwischen gibt es aber mehr und mehr Einschätzungen, die auch für das dritte Quartal einen Rückgang erwarten, was eine technische Rezession bedeuten würde. Da das Geschäftsklima im August erneut gesunken ist, wird dies mehr und mehr wahrscheinlich. Der Verlauf der deutschen Industrieproduktion stützt dies ebenfalls. 

Ifo: Brexit-Unsicherheit belastet deutsche Wirtschaft

Das Risiko eines weiteren BIP-Rückgangs vor allem im vierten Quartal hat sich durch die jüngsten Zahlen merklich erhöht. Die Möglichkeit einer BIP Schrumpfung bereits im dritten Vierteljahr bleibt allerdings überschaubar – zumindest auf Grundlage des Ifo-Geschäftsklimas. Mit den vorliegenden Ifo-Werten und der daraus folgenden BIP-Prognose ist mit keiner grundsätzlichen Stabilisierung geschweige denn Erholung des deutschen BIP-Wachstums 2019 zu rechnen. Die BIP-Jahreswachstumsprognosen für 2019 und 2020 bleiben unverändert, da bereits die schwachen Ifo-Werte der Vormonate den Ausblick eingetrübt hatten. Die IKB erwartet ein BIP-Wachstum von 0,6% für 2019 und knapp über 1% für 2020. Das Prognose-Risiko bleibt allerdings nach unten gerichtet – vor allem für 2020. Weiterhin belastet die Brexit-Unsicherheit den Wachstumsausblick der deutschen Wirtschaft für 2020.

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Laura Klesper / 26.08.2019 - 14:04 Uhr

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