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ILM bestätigt ihre Bedeutung

Die Reisegepäck-Marke Horizn Studios stellte sich erstmals auf der ILM in Offenbach vor. (Foto: Messe Offenbach / Jessica Schäfer)
Die Reisegepäck-Marke Horizn Studios stellte sich erstmals auf der ILM in Offenbach vor. (Foto: Messe Offenbach / Jessica Schäfer)

Die ILM in Offenbach vom 16. bis 18. Februar 2019 hat ihre Rolle als internationale Leitmesse im Bereich Taschen und Reisegepäck bestätigt.

Die 150. Ausgabe verzeichnete nach Angaben der Messe Offenbach stabile Besucherzahlen. „Die Messe ist sehr gut gelaufen. Wir freuen uns über ein deutliches Plus aus dem Ausland und viele Neukunden, die zum ersten Mal die ILM besucht haben“, sagt Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe Offenbach nach drei Tagen reger Ordertätigkeit. Über die DACH-Region und Europa hinaus kamen Einkäufer aus Übersee, Asien und Afrika zur ILM. Dank der zeitlichen Nähe zur Micam und Mipel in Mailand habe der ein oder andere Einkäufer nach einigen Jahren mal wieder die ILM besucht, berichtete Christiane Brunk, Geschäftsführerin vor Braun Büffel. „Diese Kunden waren positiv überrascht. Ich glaube daher, dass sie wieder nach Offenbach kommen.“

Während der Zuspruch aus dem Ausland steigt, reisen aus Deutschland weniger Besucher nach Offenbach. Diese Entwicklung kann nicht überraschen. „Der Strukturwandel ist angekommen“, sagt Dietmar Jost, Geschäftsführer des gleichnamigen Taschenlabels. „Die kleinen Kunden existieren kaum noch.“ Gleichwohl zieht er stellvertretend für etliche Ausstellerkollegen eine positive Bilanz. „Mit den Kunden, die da waren, haben wir tolle Geschäfte gemacht.“

Taschenmode: Es ist angerichtet

„Die Tasche tut sich derzeit ein wenig schwer“, berichtete Sabine Moormann, die seit kurzem für den Traditionshersteller Bree tätig ist. Treibende Kraft im Handel sei die Mode. Und diese hat zum Glück in der kommenden Saison einiges zu bieten. „Der ’Trend-Table‘ ist reichlich gedeckt“, sagte Martin Wuttke von der Agentur Nextgurunow, als er die Taschenmode für Herbst/Winter 2019/20 vorstellte. Als wichtige Tendenz hob er die „neue Klassik“ hervor. Bekannte Formate würden durch minimale Veränderungen – z.B. Farbakzente, innovative Details oder Metallteile – in die Moderne geführt. Hybridformen blieben weiterhin wichtig, die Wandelbarkeit der Taschen sei fast schon Standard. „Hands free“ lautet das Motto. Rucksack, Gürteltasche oder Cross Body Bags setzten ihren Siegeszug fort. Doch während der Rucksack bei den Herren zentral und wichtig bleibe, verliere er bei den Damen etwas an Bedeutung, führte Wuttke aus. „Viel Potenzial“ für den Handel biete dagegen die so genannte Neckbag als praktisches Täschchen für das Smartphone.

Ein Blick auf die Farben: „Grün ist das neue Black“, brachte Martin Wuttke die Bedeutung dieses Farbtons auf den Punkt. Prägnante Logos und vielfältige Animal-Prints ziehen ebenfalls die Blicke auf sich. Dazu addieren sich Samt und Fell. Im jungen Bereich hob Wuttke die Puffer Bag hervor.

Die Mode lieferte die Vorlage für den Handel. Dave de Boer, der mit seiner Agentur Fashion Solutions u.a. die Marken Valentino, Coccinelle, Liu Jo und Steffen Schraut vertritt, rät daher: „Hier und da ein Farbklecks ist sehr wichtig, um Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Berg von schwarzen Taschen – das verkauft sich nicht.“ Vielen Händlern ist dies bewusst. Constanze Alef, auf der ILM mit ihren Marken Fredsbruder und Seidenfelt präsent, stellt jedenfalls fest: „Kleinere Formate, gern auch mit langen Gliederketten in Gold, kommen sehr gut an. In diesem Bereich läuft auch das Thema Farbe sehr gut. Ansonsten setzen wir stark auf Rosé, Taupe und Graunuancen.“

Lieferanten als Problemlöser

An allen drei Tagen wurde in Offenbach intensiv geordert. Zudem ist die Messe vor allem auch ein Platz der Kommunikation. Neue Strategien und innovative Konzepte bei der Kundenansprache standen im Mittelpunkt der Begegnungen zwischen Handel und Industrie. Das Thema Nachhaltigkeit rückt dabei verstärkt in den Fokus. Über den einen oder anderen Auftrag freute sich Henning Siedentopp, der sich mit seiner Marke Melawear erstmals auf der ILM präsentierte. „Wir kommen aus dem Textil-Bereich, bieten auf der ILM aber vor allem nachhaltige Sneaker und Backpacks an.“ Er stellt fest, dass das Interesse an solchen erklärungsbedürftigen Produkten zunehme. „Wir zeigen dem Handel, dass Nachhaltigkeit auch stylish funktioniert. Ökologisch und ökonomisch – das ist kein Gegensatz.“ Bei der nächsten Messe wolle er daher wieder dabei sein.

Georg Picard, Geschäftsführer des gleichnamigen Taschenherstellers, will dem Handel selbstverständlich die passenden Kollektionen bieten. Seine Rolle definiert er aber weitaus umfassender: „Wir lösen die Probleme unserer Handelspartner“, formuliert er als Anspruch an sein Unternehmen. Daher habe Picard u.a. sein NOS-Angebot massiv ausgebaut und in Services wie Bilddaten und Textdateien für den Handel investiert. Der Handel müsse nicht zuletzt über die sozialen Medien sowie Newsletter die Begehrlichkeit für sein Sortiment wecken. „Auf dieser Klaviatur muss man heute spielen.“ Entscheidend sei der richtig Mix aus sozialen Netzwerken und persönliche Ansprache im Laden.

Auch das erweiterte Rahmenprogramm der ILM zielte auf den direkten Kontakt zwischen Ausstellern und Einkäufern ab. „Gerade in Zeiten der Digitalisierung ist der persönliche Austausch enorm wichtig. Wir bieten mit der ILM die perfekte Plattform um die Player der Branche in Kontakt zu bringen“, sagt Arnd Hinrich Kappe. Dazu boten sich u.a. auch die Chill out Party am Samstag oder das Get-together im Foyer der Messe am Sonntagabend an.

Die nächste ILM findet vom 7. bis 9. September 2019 in Offenbach statt.

Tobias Kurtz / 19.02.2019 - 08:49 Uhr

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