Messen

Innatex: Nachhaltiger Schritt

Die 33. Ausgabe der Innatex widmete sich vom 3. bis 5. August dem Schwerpunktthema Schuh. schuhkurier war als Medienpartner vor Ort.

Wie definiert sich Nachhaltigkeit im Bereich Schuhe? Wie stellt man diese als Hersteller sicher und kommuniziert sie an die Kunden? Und welche Kompromisse muss man dabei eingehen? Diesen Fragen widmete sich eine Podiumsdiskussion, die schuhkurier auf der 33. Innatex in Wallau-Hofheim bei Frankfurt präsentierte. Auch darüber hinaus stand das Thema Schuh im Mittelpunkt der internationalen Fachmesse für nachhaltige Textilien.

Unter den 230 Ausstellern waren viele auf Nachhaltigkeit spezialisierte Schuhlabel wie Vivo Barefoot, Tape oder John W. Shoes und Kinderschuhanbieter wie Pololo, Kavat oder Sal de Mar, einem spanischen Label mit Modellen aus vegetabil gegerbten Ledern. Der größte Bereich der Messe war Damen- und Herrenmode sowie einem umfangreichen Angebot an Baby- und Kinderbekleidung vorbehalten. Passend zu ihrem Schwerpunktthema hatte die Innatex im Vorfeld die Zulassungskriterien für Schuhe im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens angepasst: Es wurden nur Lederwaren gezeigt, die zu mindestens 50% aus pflanzlich gegerbten oder naturbelassenen Tierhäuten bestehen. Mit der Sonderzulassung von nachhaltigem Kunstleder wurde die Messe den Ansprüchen vegetarisch oder vegan lebender Menschen gerecht. 


Eine der veganen Kollektionen war Noah. Das italienische Fabrikat präsentiert klassische Pumps, Ballerinas und Herrenschuhe aus Mikrofaser – und ohne Tierleid. „Schuhe sind ein Horrorthema für viele nachhaltige Händler, viele haben Angst sie zu verkaufen“, sagt Massimiliana Delù angesichts der   zahlreichen Meldungen über Giftstoffe in Schuhen. 
 

Transparenz ist ein Muss

 

Dem Nachhaltigkeitsgedanken bei Schuhen widmete sich eine Diskussionrunde am Messesonntag in Kooperation mit schuhkurier, dem offiziellen Medienpartner der Messe. Unter der Moderation von Redakteurin Karolina Landowski beleuchteten der Erfurter Händler Thomas Weidemann, Dr. Anne-Christin Bansleben, Erfinderin der Rhabarbergerbung, Pololo-Geschäftsführerin Franziska Kuntze und Detmar-Johannes Wagener von John W. Shoes das Potenzial dieser immer schneller wachsenden Nische. „Wir merken, dass beim Endverbraucher immer mehr Bedarf an Information  besteht“, sagt Johannes Detmar Wagener, der gerade vegane Schuhe erfolgreich vertreibt. 

Transparenz, so waren sich alle Teilnehmer einig, ist neben ökologisch konsequenter Fertigung die Voraussetzung für den Erfolg nachhaltiger Produkte. Kritisiert wurden die Berührungsängste des Schuhfachhandels mit den beratungsintensiven nachhaltig gefertigten Schuhen. „Dass in der ökologischen Modewelt der Fokus vermehrt auf Schuhe gelegt wird, halte ich aber für eine sehr schöne Entwicklung“, kommentierte Thomas Weidemann, der bereits seit 1996 nachhaltige Schuhe verkauft, nicht nur die Tendenz der Branche, sondern auch das Schwerpunktthema der Innatex. 

Die  nächste Ausgabe der Fachmesse findet vom 25. bis 27. Januar 2014 statt.

Redaktion / 19.10.2017 - 12:02 Uhr

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