ISC Germany: Gelungene Premiere für Branchenforum

Premiere für "Fachkompetenz Schuhe - die Branche im Dialog“, eine Veranstaltung von ISC Germany und HDS/L. (Foto: Redaktion)
Premiere für "Fachkompetenz Schuhe - die Branche im Dialog“, eine Veranstaltung von ISC Germany und HDS/L. (Foto: Redaktion)

Am 5. November trafen sich rund 50 Branchenvertreter in den Räumlichkeiten des ISC Germany in Pirmasens, um sich zu aktuellen Themen rund um die Aus- und Weiterbildung auszutauschen. Mehrere Referenten lieferten spannende Einblicke.

In seiner Begrüßungsrede unterstrich der HDS/L- und PFI-Vorsitzende Ralph Rieker die Rolle, die das ISC Germany für die Branche spielt. „Wir leben davon, dass Wissen weitergegeben wird“, so Rieker. Die Einrichtung eines Bildungsinstituts auf der Husterhöhe in Pirmasens sei dafür ein wichtiger Schritt gewesen. Und die Investition zahle sich aus – nach einer längeren Anlaufzeit sind die Veranstaltungen des ISC Germany in der Branche sehr gefragt.

Die Bildungsexperten Stephan Seidenschnur, Martin Thorenz und Christian Schwarz schilderten im Anschluss die Möglichkeiten der Ausbildung in der Schuhbranche, von der handwerklich geprägten Schuhfertiger-Ausbildung über den Techniker an der Schuhfachschule bis hin zum Bachelor- und Masterstudiengang an der Hochschule Kaiserslautern. „Wir haben hervorragende Möglichkeiten, jungen Menschen eine Perspektive zu geben“, so Seidenschnur. Allerdings sei es wichtig, die Werte der dualen Ausbildung noch stärker ins Bewusstsein zu rücken und auf breiterer Ebene für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Uwe Thamm, Geschäftsführer des ISC Germany, erläuterte das Leistungsspektrum der Bildungseinrichtung. Es reicht von kurzen und kompakten Seminaren zum Thema Schuhfachkunde bis hin zu individuell zugeschnittenen Trainings- und Bildungspaketen für Unternehmen. „Es kommt darauf an, aus guten Leuten Spitzenkräfte zu machen“, so Thamm. Dafür könne das ISC Germany ein guter Wegbegleiter sein.

Von der ’Unternehmerfront‘ berichtete Gabor-Vorstandsmitglied Michael Tackenberg. Der Rosenheimer Schuhhersteller hat vor einigen Jahren damit begonnen, ein umfangreiches Leistungspaket für die Gewinnung, die Motivation und die Fortbildung von jungen Menschen zu schnüren. Bewusst setzt man auf ’Eigengewächse‘, die im Unternehmen später Verantwortung übernehmen sollen. Jeder dritte Mitarbeiter bei Gabor ist Ausbilder; jeder sechste ist Auszubildender. In Rosenheim sind ständig 50 Azubis in verschiedenen Bereichen am Start. Der Hersteller investiert rund 1,3 Mio. Euro in die Aus- und Weiterbildung.Rechtsanwalt Dr. Peter Neumann schilderte einige Aspekte der rechtlichen Seite rund um die Ausbildung. Anhand von teils spektakulären Beispielfällen unterstrich Neumann, welche Fallstricke ein Ausbildungsverhältnis für Unternehmen bergen kann – etwa wenn der Azubi sich Dinge zu Schulden kommen lässt, die eine Weiterführung der Beschäftigung unmöglich machen. Nicht immer aber entscheiden Gerichte im Streitfall zu Gunsten der Arbeitgeber.

Als Branchenfremder zeigte der Unternehmensberater und Coach Sami Sokkar auf, wie man in einem Unternehmen einen Innovationsprozess vorantreiben kann. Wichtig sei es immer, alle Mitarbeiter auf diesem Weg mitzunehmen – die älteren, erfahrenen ebenso wie die jungen. Ebenso unterstrich Sokkar, dass es nicht reiche, in Technik zu investieren. Mindestens ebenso wichtig sei es, in Soft Skills der Mitarbeiter zu investieren. Bei der Qualifikation sei zu beachten, dass ein langfristiges Engagement besser und wirkungsvoller sei als kurzfristige Schulungen.

Im nächsten Jahr wird die Veranstaltung ’Fachkompetenz Schuhe - die Branche im Dialog‘ in die zweite Runde gehen. Am 9. und 10. November 2016 sind Interessierte wieder nach Pirmasens eingeladen. Das Thema wird dann lauten: Tradition und Innovation – Visionen für unser Shoe Business.

Petra Salewski / 19.11.2015 - 09:58 Uhr

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