Fachkompetenz Schuh

ISC-Symposium widmet sich der Zukunft der Schuhbranche

Mehr als 60 Gäste aus der Schuhbranche trafen sich am 19. Oktober beim ISC in Pirmasens, um Vorträge zum Thema ’Tradition und Innovation - Visionen für unser Shoe Business‘ zu hören und sich auszutauschen.

Zu den Referenten gehören namhafte Vertreter der Schuhbranche, wie Sergio Dulio, Director Research and Innovation von AtomLab sowie Jens Schmidt von der Footwear Innovation Lab GmbH.

Im Fokus der Vorträge standen Entwicklungen für die Zukunft. So stellte Sergio Dulio die Frage, wie eine digitale Transformation in der Schuhindustrie tatsächlich aussehen kann. Er schilderte eindrucksvoll die Entwicklung vom Handwerk hin zu cyberphysischen Systemen, bei denen Roboter und Menschen quasi ’Hand in Hand‘ arbeiten.

Maik Köhler, Projektingenieur beim Maschinenbauer Desma aus Achim, lieferte Details zur ’Industriellen Schuhfertigung 4.0‘, indem er hervorhob, welche Anforderungen künftig an Schuhwerk gestellt werden und wie dem seitens der Industrie begegnet werden kann.

Welche ’Hausaufgaben‘ Schuhhersteller zu erledigen haben, um sich wirklich als Industrie 4.0 aufzustellen, erklärte Gerhard Kloc, Director Sales Europe bei Procam Software. Für ihn steht es außer Frage, dass vor allem der Entwicklungsbereich in die Neuausrichtung der Prozesskette einbezogen werden müsse. Dabei gelte es, verschiedene Systeme zu vernetzen und Schnittstellen zwischen den Systemen einzurichten. Ziel müsse es sein, sich von Insellösungen zu verabschieden.

Sind smart Textiles oder so genannte Wearables nette Ideen ohne Sinn oder doch hilfreiche Weiterentwicklungen? Dieser Frage widmete sich Prof. Dr. Antoni Picard vom Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik der FH Kaiserslautern. Er erklärte, dass viele einst futuristische Ideen längst Realität geworden sind. Zugleich sei es wichtig, als Hersteller immer abzuwägen, ob Investitionen in neue Technologien am Ende auch wirtschaftlich erfolgreich sein können. In technischer Hinsicht hat sich laut Picard einiges getan. So seien Mikroprozessoren inzwischen deutlich günstiger am Markt erhältlich.

Wohin der Weg der Produktentwicklung gehen kann, skizzierte Jens Schmidt vom Footwear Innovation Lab. Eine Kollektionsentwicklung, die zahlreiche Varianten virtuell ergänzt, sei ohne Zweifel zukunftsträchtig, so der Experte. 3D und Virtual Reality seien inzwischen so weit entwickelt, dass sie Industrie und auch Handel sinnvoll unterstützen und zudem Prozesse beschleunigen sowie Kosten einsparen können.

Die nächste Veranstaltung des ISC wird am 7. und 8. November 2018 in Pirmasens stattfinden. Das Thema lautet dann: ’Nachhaltigkeit - Verantwortungsvoll in die Zukunft‘

Petra Salewski / 08.11.2017 - 15:40 Uhr

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