Einzelhandel

JLL: Verfügbare Verkaufsladenflächen gehen zurück

Positive Veränderungen in Frankfurt - 1,4 Prozentpunkte Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (Foto: Dominique Müller/Unsplash)
Positive Veränderungen in Frankfurt - 1,4 Prozentpunkte Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (Foto: Dominique Müller/Unsplash)

Ein Jahr nach Einführung der Verfügbarkeitsquote des Immobilien-Dienstleisters Jones Lang LaSalle (JLL) hat das Unternehmen erste Trends des vergangenen Jahres vorgestellt. 

 

In den Städten Berlin und Düsseldorf hat sich laut der JLL-Studie im vergangenen Jahr die stärkste Vermietungsdynamik entwickelt. In der Hauptstadt hat sich die verfügbare Fläche in der Top-1a-Lage von 11,6 auf 6,6% halbiert. Düsseldorf liegt mit 1,9% (3,1% im Vorjahr) an der bundesweiten Spitze, zusammen mit München (2,0%). 

 

Die Quote sieht Ladenfläche als verfügbar, wenn es sich um einen offensichtlichen Leerstand sowie noch nicht vermietete Projektentwicklungen oder Umbauten handelt. Ebenso ist eine Fläche verfügbar, wenn die Mietverhältnisse neu geordnet werden sollen, zum Beispiel wenn der Mietvertrag innerhalb der nächsten 1,5 Jahre ausläuft und noch kein Nachmieter feststeht oder der Eigentümer aktiv nach einem neuen Mieter sucht. Die Verfügbarkeitsquote erfasst Ladenlokale, in denen mindestens 65 Prozent der Spitzenmiete einer Stadt und 70 Prozent der maximalen Passantenfrequenz erzielt werden.

 

JLL: Düsseldorf und München sehr attraktiv für den Einzelhandel

”Die Verfügbarkeitsquote spiegelt die sehr hohe Attraktivität von Städten wie Düsseldorf und München wider, wo ein Ladenlokal meist längst wiedervermietet ist, ehe der Nutzer auszieht. Entsprechend signalisiert die Quote auch, wie stark die Position des Vermieters bei den Verhandlungen mit Nutzern ist. Die deutlich verknappte Verfügbarkeit in Berlin zeigt beispielhaft, dass mehr Transparenz im jeweiligen Markt auch zu mehr Abschlüssen führen kann, weil Vermieter und Mieter realistischer in Vertragsverhandlungen gehen,“ erklärt Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany, die Situation am Markt. Zu den prominentesten Anmietungen in Berlin in der letzten Zeit gehörten Hugendubel mit 1.600qm und der chinesische Einzelhändler Muji mit 1.700qm am Standort Kurfürstendamm.

 

JLL: Positive Entwicklung des Schnitts zu verzeichnen

Von den knapp 2 Mio qm Verkaufsfläche in Toplage, die der Immobilien-Dienstleister untersucht hat, waren im vergangenen Jahr knapp 142.000qm unvermietet. Das bezeichnet einen Rückgang von 0,7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der unvermieteten Ladenlokale nahm um fünf Objekte auf 242 zu. Während die Verfügbarkeit von ladenfläche in Hamburg beinahe konstant blieb, haben Städte wie Stuttgart und Leipzig zu kämpfen. Nach dem Aus für die Leipziger Karstadt-Filiale verdoppelte sich die verfügbare Fläche auf 20,3%. ”Diese Zahl wirkt drastisch, relativiert sich aber zumindest ein wenig, wenn man berücksichtigt, dass im gleichen Zeitraum die Zahl der verfügbaren Läden von 28 auf 22 zurückging“, setzt Wichner Fläche und Anzahl der Geschäfte ins Verhältnis.

 

Textil und Accessoires-Händler haben am stärksten zu kämpfen

Die Textilbranche nutzt derzeit ungefähr die Hälfte der verfügbaren Ladenfläche. Zu beachten ist bei den Zahlen das Leipziger Warenhaus, das mit knapp 22.000qm rund 16% der verfügbaren Fläche bundesweit ausmacht. Die Outdoor- und Sportbranche hat mit zwei Läden und 640qm vergleichsweise geringe Quoten.

Die Hälfte aller verfügbaren Ladenlokale liegt in den beiden Flächenkategorien zwischen 100 und 500qm, dies macht ungefähr ein Fünftel der Gesamtfläche aus. Die elf größten verfügbaren Flächen ab 2000qm kommen mit 51.000qm auf 35%.

Weitere Informationen zum Immobilien-Dienstleister JLL finden Sie hier.

Laura Klesper / 05.06.2019 - 11:10 Uhr

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