Behörde will neue Wege gehen

Kartellamt: „Stationärer Handel braucht Einnahmen aus E-Commerce“

Kartellamtspräsident Andreas Mundt erwägt „neue kartellrechtliche Wege“, um den Handel in den Innenstädten zu unterstützen. Man wolle schärfer gegen exklusive Vertriebskooperationen zwischen Markenartikel-Herstellern und großen Internetplattformen vorgehen. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

„Wenn wir die Innenstädte retten wollen, müssen wir auch dafür sorgen, dass auch die kleinen Einzelhändler ihre Chancen im Netz nutzen können“, zitiert die Zeitung den Kartellamtspräsidenten. Wenn kleinere Händler auch auf Dauer überleben wollten, „brauchen sie mit ziemlicher Sicherheit Einnahmen aus dem E-Commerce.“

Es gebe aber immer wieder Fälle, bei denen große Hersteller den Einzelhändlern den Online-Vertrieb über fremde Plattformen generell verbieten, jedoch selbst mit Plattformen wie Amazon zusammenarbeiten.

Mundt sprach sich für eine Umkehr der Beweislast aus. Hersteller sollen den Online-Verkauf über Drittplattformen nur noch dann untersagen können, wenn sie dafür stichhaltige Gründe anführen können. Da sich große Internetplattformen laut Andreas Mundt „scheinbar unaufhaltsam ausbreiten und immer neue Segmente besetzen“, müssten Wettbewerbsbehörden entsprechend neue Wege gehen.

Erwogen werde unter anderem, eine „wettbewerbsbedrohende Monopolisierung“ zu regulieren bzw. zu verbieten. „Die digitale Welt wird im Wettbewerbsrecht möglicherweise unkonventionelle Antworten einfordern“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Kartellamtspräsidenten.

Zum Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geht es hier.

Redaktion / 18.08.2017 - 09:43 Uhr

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