Kommentar von Petra Steinke

Kommentar: Alles Gute!

Petra Steinke (Foto: Redaktion)
Petra Steinke (Foto: Redaktion)

„Der Winterschlussverkauf ist im Vergleich zu den Aktionen rund um Cyber Week und Black Friday nur noch eine Fronleichnamsprozession.“ Das sagte Anfang der Woche ein Konsumkritiker im Deutschlandfunk.

Thema des Beitrags waren die ethische Komponente des Konsumrauschs und die Frage, ob man ein Bewusstsein dafür schaffen könne, dass nicht um des Kaufens willen gekauft werden sollte, sondern aus dem Bedarf heraus. Und dass dieser, auch das schwang in der Sendung mit, neu bewertet werden müsse. Das Statement gibt sehr gut wieder, wie sich unsere Welt verändert hat. Was früher Gültigkeit hatte, ist heute obsolet. Es nützt also nichts, dem Vergangenen hinterher zu trauern. Vielmehr muss alle Motivation darauf ausgerichtet sein, sich den aktuellen und künftigen Aufgaben zu stellen und Lösungen dafür zu finden.

Wir nähern uns dem Ende eines herausfordernden Jahres, in dem trotz der eigentlich „gesunden“ Wetterlage der Kampf um die Umsätze hart und bisweilen brutal war. In dem die Online- umsätze weiter stiegen und die Frequenzen in den Innenstädten weiter zurückgingen. 2019 war ein Jahr, in dem die Widersprüche unserer modernen Welt deutlicher als je zuvor sichtbar wurden: Wütende Jugendliche forderten von den Erwachsenen, mehr für den Planeten und den Klimaschutz zu tun. Und reisten zugleich als Backpacker nach Australien oder kauften bei Billig- Vertikalen ihre zehnte Jeans. Das nun endende Jahr war eines, in dem die Schnäppchenjäger shoppten, was das Zeug hielt – siehe Cyber Week und Black Friday. Und in dem andere mahnten, die „Geiz ist geil“-Mentalität müsse endlich ein Ende haben.

Händler haben in den zurückliegenden Monaten mehrfach lernen müssen, dass ihre Kunden mindestens ebenso gut oder sogar besser informiert sind als das Verkaufspersonal. Und Hersteller haben die Erfahrung machen müssen, dass Begehrlichkeit nicht vom Himmel fällt. Gefordert wurde vieles: mehr Emotionalität. Mehr Digitalisierung. Mehr Strategie. Mehr Blick für die Details. Es kann einem schwindelig werden angesichts des Tempos der Veränderung. Dies ist zugleich aber auch eine grandiose Chance, sich zu positionieren und aus den Herausforderungen zu lernen. Machen wir etwas daraus! Auch auf unwegsamem Gelände gilt es, einen Weg zu finden und ihn konsequent zu beschreiten. Vielleicht wird es kein Spaziergang. Aber er führt zum Ziel.

Kommen Sie gut ins neue Jahr!

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Mara Mechmann / 18.12.2019 - 09:22 Uhr

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