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Konsumklima gerät unter Druck

Symbolbild Einzelhandel (Foto: Unsplash)
Symbolbild Einzelhandel (Foto: Unsplash)

Die Stimmung der Verbraucher zeigte im Oktober ein weniger optimistisches Bild. Das GfK-Konsumklima rutschte auf den tiefsten Stand seit drei Jahren.

Neben den bekannten Risikofaktoren wie globale Konjunkturschwäche, Handelskonflikte und Brexit-Chaos häuften sich Meldungen zum Arbeitsplatzabbau, beispielsweise in der Automobilindustrie oder im Finanzmarkt, heißt es in der aktuellen Analyse der GfK. „Die Stimmung der Verbraucher ist durch diese Ereignisse wieder stärker getrübt und der Optimismus schwindet. Folglich rutscht das Konsumklima mit einem Wert von 9,6 Punkten auf den niedrigsten Stand seit November 2016“ erklärte Rolf Bürkl, GfK- Konsumexperte. „Dennoch wird der private Konsum in diesem Jahr eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft bleiben – unter der Voraussetzung, dass die gegenwärtigen Krisenherde nicht weiter eskalieren und Politik und Wirtschaft der zunehmenden Angst vor Jobverlust entgegentreten.“  

Die Zuversicht in die Konjunktur schwindet wieder

Konnten sich die Konjunkturaussichten im Vormonat noch leicht erholen, so setzen sie im Oktober ihren Abwärtstrend fort. Der Indikator Konjunkturerwartung verliert 4,8 Zähler und rutscht damit auf -13,8 Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt vor fast sieben Jahren, im Dezember 2012, gemessen. Damals standen -14,0 Punkte zu Buche. Das Risiko, dass Deutschland in eine Rezession rutschen könnte, ist nach Einschätzung der Verbraucher zuletzt wieder größer geworden. Die globale Abkühlung der Konjunktur, die vor allem die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft trifft, in Verbindung mit dem Handelskonflikt wird auch die deutsche Wirtschaft nicht unbeeindruckt lassen. So haben eine Reihe von Automobilherstellern sowie deren Zulieferer bereits den Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt. Dieser Wegfall von Jobs wird künftig bei den Autobauern durch den anstehenden Wandel hin zur Elektromobilität noch verstärkt. Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kommen zunehmend die Banken in Schieflage. Wie das Beispiel Deutsche Bank zeigt, reagieren sie mit Filial- und Stellenabbau.

Sinkende Konjunkturaussichten beeinflussen Einkommenserwartung 

Zeigten sich die Einkommensaussichten bislang im Großen und Ganzen unbeeindruckt von den seit Anfang 2018 tendenziell fallenden Konjunkturerwartungen, so verliert der Indikator Einkommenserwartung im Oktober deutliche 7,8 Zähler. Der aktuelle Wert von 39,0 Punkten ist der niedrigste Wert seit fast sechs Jahren. Noch niedriger zeigte sich der Indikator im Dezember 2013 mit 35,6 Zählern. Das Niveau der Einkommensstimmung ist immer noch zufriedenstellend, da der aktuelle Wert deutlich über dem langjährigen Durchschnittswert von etwa null Punkten liegt. Nach wie vor gehen die Konsumenten davon aus, dass sich ihre finanzielle Lage auch künftig positiv entwickeln wird. Die zuletzt herrschende Euphorie hat nun allerdings mit drei Rückgängen in Folge einen ersten Dämpfer erhalten. 

Anschaffungsneigung verliert leicht

Trotz leichter Verluste behauptet die Anschaffungsneigung auch im Oktober ihr exzellentes Niveau. Der Indikator gibt mit einem Minus von 3,4 Zählern etwas mehr als die Hälfte seiner Vormonatsgewinne von 6,3 Punkten wieder ab. Aktuell weist die Konsumstimmung beachtliche 51,7 Punkte auf und liegt damit nur gut drei Zähler unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres. Die Anschaffungsneigung stemmt sich laut GfK bislang erfolgreich gegen den konjunkturellen Abschwung. Die Konsumlaune profitiert offenbar zum einen von der guten Arbeitsmarktlage und Einkommensentwicklung sowie von einer nach wie sehr geringen Sparneigung. Die Niedrigzinspolitik der EZB macht die bewusste Geldanlage wenig attraktiv und stützt damit die Konsumneigung. 

Helge Neumann / 28.10.2019 - 10:22 Uhr

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