Lederindustrie

Kontroverse um Flyleather von Nike

Der europäische Verband der Lederindustrie (COTANCE) fordert von der EU Maßnahmen gegen ein neues Material von Nike, dass der Sportkonzern unter der Bezeichnung ’Flyleather’ bewirbt.

 Im Rahmen einer Sitzung in Mailand am 6. Oktober hat COTANCE die Europäische Kommission aufgefordert, Vorschriften zur einheitlichen Kennzeichnung von Lederprodukten zu erlassen. An dem Treffen nahmen auch Vertreter der deutschen Lederindustrie teil. Hintergrund sei der zunehmende Missbrauch der Bezeichnung ’Leder’, so Cotance. „Es ist nicht akzeptabel, dass Konsumenten beim Kauf von Produkten durch irreführende Bezeichungen über den wahren Ursprung von Materialien getäuscht werden“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Dieser bezieht sich auch auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes aus dem Juni 2017. Darin wurde dem Unternehmen Tofu Town untersagt, pflanzliche Proukte als ’Butter’ oder ’Käse’ zu bezeichnen. 

COTANCE fordert die EU-Kommission zudem auf, gegen ein neues Material des Sportartikelherstellers Nike aktiv zu werden. Nike hatte das so genannte ’Flyleather’ im September vorgesellt. Laut Nike besteht ’Flyleather’ zu 50% aus Lederfasern, die aus Gerberei-Abfällen gewonnen werden. Der Verband der europäischen Lederindustrie ist überzeugt, dass die Verwendung des Begriffs ’Flyleather’ irreführend ist und somit den fairen Handel behindere. 

Helge Neumann / 18.10.2017 - 14:23 Uhr

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