EHI-Studie

Kooperationen mindern Kosten in der Handelslogistik

Kosten in der Handelslogistik müssen optimiert werden. (Foto: Pixabay)
Kosten in der Handelslogistik müssen optimiert werden. (Foto: Pixabay)

Das EHI Retail Institute hat in der Studie ’Transport in der Handelslogistik‘ unterschiedliche Maßnahmen zur Optimierung von Transportkosten in der Handelslogistik untersucht. Demnach bergen Logistik-Kooperationen ein großes Einsparpotenzial.

Die Studienergebnisse des EHI Retail Institutes haben gezeigt, dass der Transport einen beträchtlichen Kostenfaktor innerhalb der Handelslogistik ausmache. So belaufe sich dieser durchschnittlich auf 1,80 Euro pro Kilometer. Mehr als die Hälfte der Transportkosten entfalle auf das Personal, insbesondere auf die Fahrer. Jeder Fahrer koste die Handelsunternehmen durchschnittlich pro Jahr 43.390 Euro. Den zweitgrößten Anteil an den Transportkosten nehmen mit 16% die Treibstoffkosten ein. Die Kosten für die Lkw-Maut kommen lediglich auf einen durchschnittlichen Anteil von 4%.

 

EHI-Studie ’Transport in der Handelslogistik‘: Kosten optimieren

Um die Transportkosten zu reduzieren, sehen die Händler als wichtigste Maßnahme die Nutzung von Tourenplanungssystemen. An zweiter Stelle nennen die Befragten Kooperationen mit anderen Händlern oder Lieferanten. „Während die Zusammenarbeit mit Logistik-Dienstleistern bei vielen Händlern gängige Praxis ist, stellen Logistik-Kooperationen beim Transport zwischen Händlern oder zwischen Händlern und Lieferanten aktuell noch eine Ausnahme dar“, kommentiert Thomas Kempcke, Leiter Forschungsbereich Logistik im EHI und Autor der Studie. In- bzw. Outsourcing-Maßnahmen landen im Ranking der wichtigsten Maßnahmen zur Reduzierung von Transportkosten auf dem dritten Platz, gefolgt von Fahrerschulungen. Auf dem fünften Rang sehen die Befragten den Einsatz von alternativen Antrieben. Weitere Maßnahmen zur Kostenoptimierung sind laut EHI-Studie beispielsweise der Einsatz von Systemen zur Laderaum- bzw. Frachtraumverdichtung, die Bündelung von Lieferungen oder die Optimierung der Anliefertage bei den Verkaufsstellen. 
 

EHI-Studie ’Transport in der Handelslogistik‘: Vorteile für Selbstabholer

Auch die Beschaffungslogistik, also die gebündelte Abholung der bestellten Ware beim Lieferanten durch den Händler selbst, birgt Kostenvorteile durch Bündelungseffekte. Vorteilhaft ist auch eine zuverlässige Warenversorgung und Entlastung der Wareneingangsrampe. Allerdings werden zurzeit lediglich 18% des gesamten Volumens vom Handel selbst abgeholt. Laut 52% der Befragten wird dieser Anteil im eigenen Unternehmen bis 2025 zunehmen. Ein gutes Drittel der Händler rechnet hingegen mit einem gleichbleibenden Anteil.

 
Michael Frantze / 26.03.2019 - 11:04 Uhr

Weitere Nachrichten

Nick Beighton

Gewinn von Asos stürzt ab

E-Commerce

Der Gewinn des britischen Onlinehändlers Asos ist im vergangenen Geschäftsjahr 2018/19, das am 31. August endete, abgestürzt. Vor allem das Lager in Berlin verursachte Probleme.