Studie

Ladendiebstähle kosten den Einzelhandel Milliarden

Rund 3,5 Mrd. Euro betrug der Schaden, den der Handel in 2017 durch Ladendiebstähle seitens unehrlicher Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Servicekräfte erlitten hat. Das ergab die Studie ’Inventurdifferenzen 2018‘ des EHI Retail Institutes.

Gestohlen, verbummelt, kaputt. Die Ursachen für Inventurdifferenzen sind vielfältig und haben sich im Jahr 2017 auf 4,1 Mrd. Euro angehäuft. Der Anteil der Verluste durch Diebstähle beläuft sich auf rund 3,5 Mrd. Euro. Den Großteil davon verursachen mit 2,28 Mrd. Euro unehrliche Kunden. Den zweiten Platz im Diebstahlranking nehmen die Mitarbeiter mit rund 850 Mio. Euro ein und Servicekräfte entwenden Waren im Wert von ca. 320 Mio. Euro. Allein der daraus resultierende volkswirtschaftliche Schaden durch Mehrwertsteuerausfälle kommt auf rund 475 Mio. Euro im Jahr. Ein weiterer Posten der Inventurdifferenzen – 660 Mio. Euro – entsteht laut EHI-Studie wegen organisatorischer Mängel wie falsche Produktauszeichnungen.

Angezeigte Ladendiebstähle rückläufig

Die Zahl der einfachen Ladendiebstähle sank in 2017 um 6,63%. Erstmals seit 2007 ging auch die Zahl der angezeigten schweren Ladendiebstähle um 6,57% zurück. Mit 21.000 Anzeigen im letzten Jahr ist der Tatbestand aber noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Allerdings werde hierbei von einer nicht angezeigten Dunkelziffer von über 98% ausgegangen, so das EHI. Somit blieben rund 65 Ladendiebe unerkannt.

„Zum Teil liegt der Rückgang an der längeren Öffnung der Geschäfte bei gleichzeitig geringerer Personalpräsenz. Die Ladenzeiten wurden ausgedehnt – nicht aber der Einsatz der Kaufhausdetektive angepasst“, so Frank Horst, Leiter Inventurdifferenzen und Sicherheit beim EHI.

Michael Frantze / 19.06.2018 - 16:00 Uhr

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