Lederindustrie

Lanxess gewinnt Preis für nachhaltiges Projekt

Die modulare Anlage für die „Ressourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien“ ist dafür konzipiert, in Gerbereien aus Falzspänen und pflanzlicher Biomasse direkt an Ort und Stelle Nachgerbstoffe der Marke „X-Biomer“ zur Fertigung von Leder herzustellen. (Foto: Lanxess)
Die modulare Anlage für die „Ressourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien“ ist dafür konzipiert, in Gerbereien aus Falzspänen und pflanzlicher Biomasse direkt an Ort und Stelle Nachgerbstoffe der Marke „X-Biomer“ zur Fertigung von Leder herzustellen. (Foto: Lanxess)

Lanxess hat den ersten Preis im bundesweiten Responsible-Care-Wettbewerb erhalten. An den Start gegangen war der Spezialchemie-Konzern mit dem Projekt „Ressourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien“.

Responsible Care ist die weltweite Initiative der chemischen Industrie zur kontinuierlichen Verbesserung ihrer Leistungen für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit. Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Motto „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“. „Nachhaltigkeit ist auch für die Lederbranche entscheidend und dieser Preis ist für uns eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Insbesondere die Reststoffverwertung und der Aufbau von Stoffkreisläufen sind essentielle Themen“, sagte Luis López-Remón, Leiter des Lanxess-Geschäftsbereichs Leather. „Unser ReeL-Projekt ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern bringt für die Gerber auch wirtschaftliche Vorteile.“

ReeL: Innovative Technologie für die Ledergerbung

Lanxess hat in diesem Forschungsprojekt eine vollkommen neuartige Technologie für Gerbereien entwickelt. Dank einer modularen Anlage ist es möglich, Reste aus der Lederherstellung direkt vor Ort komplett wiederzuverwerten. Hauptrohstoffe sind pflanzliche Biomasse, kollagenhaltige Falzspäne und Schnittabfälle, die bisher in der Regel entsorgt worden sind. Daraus können Gerber nun selbst Nachgerbstoffe der Marke „X-Biomer“ herstellen und diese zur Fertigung von Leder verwenden. Bei einer Gerberei mittlerer Größe fallen etwa ein bis zwei Tonnen Falzspäne pro Tag an. Die in der Anlage eingesetzten Reste können zu hundert Prozent verwertet werden – es bleiben keinerlei Rückstände übrig und es werden keine Emissionen erzeugt. Die Pilotanlage für das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Leverkusener Forschungsinstitut Invite. Das Verfahren wurde mittlerweile beim dritten Kooperationspartner Heller-Leder erprobt und die Machbarkeit bewiesen. In Planung sind derzeit um acht Mal größere Produktionsanlagen in Zusammenarbeit mit führenden Großgerbereien in Europa.

Preisgekröntes Forschungsprojekt

Im April 2019 hat Lanxess mit „ReeL“ bereits den Responsible-Care-Landeswettbewerb Nordrhein-Westfalen gewonnen. Als Landes-Sieger nahm der Konzern auch am Bundeswettbewerb teil. Eine mit unabhängigen Fachleuten besetzte Jury entschied nun über die Preisträger. Das Projekt wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. im Februar 2018 mit dem Innovationspreis Klima und Umwelt, der vom Bundesverband der Deutschen Industrie und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit vergeben wird.

Helge Neumann / 07.10.2019 - 08:33 Uhr

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