Kommentar von Helge Neumann

Legero United: Herausragend

Helge Neumann (Foto: Redaktion)
Helge Neumann (Foto: Redaktion)

Mit seiner Grundhaltung, Konsequenz und Weitsicht ist Stefan Stolitzka eine herausragende Persönlichkeit unserer Branche.

Umbau statt Stillstand, Zukunft statt Vergangenheit. Stefan Stolitzka hat sich entschieden. Und macht keine halben Sachen. Der Inhaber der traditionsreichen Legero Schuhfabrik dreht sein Unternehmen auf links. Unter der Bezeichnung Legero United stellt der Österreicher den Hersteller in den kommenden Jahren komplett neu auf. Das Motto lautet ’think big‘. Entwicklung, Produktion, Marken, Kollektion, Logistik, Vertrieb, Zentrale – kein Unternehmensbereich bleibt unberührt, alles wird angepasst und neu aufgestellt. Für den 60-jährigen Stolitzka handelt es sich um das Projekt seines Lebens. Und dafür ist er bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen. Bis 2021 werden insgesamt 74 Mio. Euro in den Umbau von Legero United investiert. Künftig soll das Unternehmen konsequent auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet sein. Ist der Prozess abgeschlossen, werden die Weichen in Richtung Wachstum gestellt. Die entsprechenden Pläne liegen bereit, die Expansion nach China und in die USA sind schon beschlossen. 

 

Eine fundamentale Neuausrichtung kommt selten ohne Brüche aus. Das trifft auch auf Legero United zu. Im Führungsteam kam es in den vergangenen Monaten zu einer Reihe von Veränderungen. Langjährige Mitarbeiter haben das Unternehmen verlassen, andere kamen – und gingen nach kurzer Zeit wieder. Stefan Stolitzka lässt sich von dieser scheinbaren Unruhe nicht aufhalten. „Ich kenne keine Angst. Ich weiß, dass ich auch Fehler mache. Aber in Summe stimmt es, das ist wichtig“, sagt er im Gespräch mit schuhkurier. Mit dieser Grundhaltung, seiner Konsequenz und Weitsicht ist Stefan Stolitzka eine herausragende Persönlichkeit – zumal in einer Branche, die sich lange Zeit schwer getan hat, Veränderungen zu akzeptieren.

 

Mit seinen Überzeugungen entspricht Stolitzka im Übrigen den Anforderungen an moderne Führungskräfte. Geht es nach dem Handelsexperten des renommierten Beratungsunternehmens Hachmeister & Partner, verdrängen künftig so genannte Leader die Manager von den Unternehmensspitzen. Gefragt sind keine (vermeintlich) allwissenden Alphatiere, sondern empathische Generalisten, die ihren Mitarbeitern vertrauen, sie zu eigenverantwortlichem Handeln befähigen und eine Wertekultur vorleben. Dieses Profil trifft auf Stefan Stolitzka zu. Er ist überzeugt: „Entscheidend ist es, die Menschen im Veränderungsprozess mitzunehmen.“ Die Branche wird in den kommenden Jahren noch häufiger gespannt nach Graz blicken.

 
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Helge Neumann / 27.03.2019 - 09:43 Uhr

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