Local Commerce Kongress in Wuppertal: Impulse für Städte

130 Gäste kamen zum Local Commerce Kongress nach Wuppertal. (Foto: Tom V. Kortmann)
130 Gäste kamen zum Local Commerce Kongress nach Wuppertal. (Foto: Tom V. Kortmann)

Die Initiatoren des Pilotprojekts Online City Wuppertal veranstalteten am 3. November den ersten deutschen Local Commerce Kongress. Rund 130 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet nutzten nach Angaben der Organisatoren das Angebot, sich über das Projekt zu informieren.

„Die Herausforderung der Digitalisierung im Einzelhandel steht nicht vor der Tür, sie ist bereits Wirklichkeit. Deshalb muss der stationäre Einzelhandel offen und mutig sein, selbst Online-Schritte zu unternehmen“, unterstrich Garrelt Duin, Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, in seinem Grußwort. Die Eröffnung eines Online-Shops stelle aber vor allem kleine, inhabergeführte Geschäfte vor große Herausforderungen. „Wenn dies in einer Gemeinschaft über eine Plattform wie Online City Wuppertal geschieht, ist das für den einzelnen Händler eine große Erleichterung“, so Duin.

Fünf Händler, die an der Online City Wuppertal teilnahmen, sprachen beim Kongress über ihre Erfahrungen. Sie bewerteten die Effekte durchaus unterschiedlich. Während der eine noch gar keine Bestellungen hat, können andere von beachtlichem Umsatzwachstum berichten. Schwer messbar, aber von mehreren Händlern bestätigt sei, so die Organisatoren, der so genannte ’Ropo‘-Effekt (Research online, purchase offline), der aufgrund der höheren Online-Sichtbarkeit wieder mehr und neue Kundschaft in die Geschäfte locke. Engagierte Händler mit vielen und außergewöhnlichen Produkten spürten die Ropo-Effekte deutlicher als Händler, die nur mit einem Schaufenster-Profil sichtbar sind oder weniger als 100 Produkte online anbieten.

Christiane ten Eicken, Projektmanagerin im Auftrag der Wirtschaftsförderung, sprach ebenfalls über ihre Erfahrungen mit der Online City Wuppertal. „Wer in einer Stadt ein solches Projekt ernsthaft starten möchte, sollte zumindest für die ersten ein bis zwei Jahre eine volle Stelle zur Verfügung stellen“, so ihr Ratschlag. Die Aufgaben seien vielfältig, angefangen bei der Partnerakquise, Öffentlichkeitsarbeit, Akquise und Schulung der Händler über Redaktion, Management des Marktplatzes, Moderation der Händler und das Reporting bis hin zum Marketing. Nicht zuletzt brauche es auch ein offenes Ohr für Ideen, Sorgen und Nöte der Händler. „Da muss jemand mit Leidenschaft und Liebe zu seiner Stadt ran“, so ten Eicken.

Petra Salewski / 09.11.2015 - 10:14 Uhr

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