Fashionsustain-Konferenz

Messe Frankfurt stößt erstmals einen ’Thinkathon‘ an

Parallel zur Fashionsustain-Konferenz in Berlin hat die Messe Frankfurt erstmals einen sogenannten ’Thinkathon‘ initiiert. 48 Stunden lang befassten sich die Teilnehmer mit den Themen Nachhaltigkeit, Innovationen und technologischer Fortschritt.

Der Thinkathon und die sich selbst als ’Taskforce‘ bezeichnenden Teilnehmer führten nicht nur einen radikal direkten und offenen Design-Thinking-Ansatz in die europäische Textilbranche ein, sondern präsentierten darüber hinaus im unmittelbaren Anschluss an die zweitägige Konklave ihre vier konkreten Lösungsansätze, wie die Zukunft der Mode- und Textilbranche nachhaltiger gestaltet werden könnte. Stattgefunden hat der Thinkathon parallel zum Konferenzduo Fashionsustain und #FashionTech im Rahmen der vergangenen Berlin Fashion Week.

Organisiert von Sourcebook.eu im Auftrag der Messe Frankfurt und erdacht durch den Thinktank RIFT.berlin hatten die 28 Teilnehmer aus zwölf europäischen, asiatischen und nordamerikanischen Ländern die Aufgabe, zwei sogenannte Design-Challenges zu lösen, die von Zalando als Industriepartner sowie dem Fashion Council Germany gestellt wurden.

Die von Zalando eingebrachte Aufgabenstellung orientierte sich an den Herausforderungen eines Multi-Label-Händlers: „Wie können wir ein intelligentes System schaffen, das versteckte Nachhaltigkeitsbemühungen wie nicht zertifizierten fairen Handel oder die Zahlung von existenzsichernden Löhnen aufdeckt?“ Demgegenüber setzte die Challenge des Fashion Council Germany bereits in der Produktentstehungsphase an: „Wie können wir Bildung und Mentoring innovieren, so dass Designer neue, nachhaltige Technologien umsetzen?“

Im Format eines Team-Pitches präsentierten alle vier Gruppen ihre Resultate und Lösungsvorschläge im Auditorium sowie als Finale der Fashionsustain-Konferenz. Zwei Teams wandten sich der Zalando-Challenge zu. Sie stellten unter dem Titel ’Fashion Sustainability Circle‘ ein UX-fokussiertes ganzheitliches Labeling-System für Nachhaltigkeitsthemen in der Modebranche vor, das Materialien, Produktion, Logistik und After Life umfasst sowie eine ’Supplier Partnership Platform‘, die das gegenseitige Vertrauen von Marken, Lieferanten und Verbrauchern fördern soll, indem sie relevante Nachhaltigkeitskriterien in textilen Lieferketten transparent darstellt.

Der vom Fashion Council Germany eingebrachten Aufgabenstellung widmeten sich die beiden anderen Teams und präsentierten folgende Konzepte: ’Free Blues‘ soll eine leistungsstarke Bildungsplattform werden, die einen Wissenstransfer entlang der gesamten Wertschöpfungskette ermöglicht und gleichzeitig aufstrebende Designtalente unterstützt. Unter dem Titel ’Curated Exchange Platform‘ ein ganzheitliches Programm, das eine Online-Plattform und physische Matchmaking-Initiativen umfassen soll, um Designstudenten und Doktoranden zu helfen, Nachhaltigkeitsziele mithilfe modernster Technologien und digitaler Tools zu erreichen.

Die Rechte an den detaillierten Präsentationsunterlagen sowie deren Inhalte sind im Anschluss an den Pitch exklusiv an die beiden Challenge-Geber übergegangen, so dass diese nun prüfen können, ob und in welcher Form die Idee Eingang in ihre Geschäftspraktiken finden werden.

Michael Frantze / 26.04.2018 - 10:45 Uhr

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