Die Top-Statements

Modehandelskongress: Strategien für den Wandel

Modehandelskongress in Düsseldorf (Foto: Redaktion)
Modehandelskongress in Düsseldorf (Foto: Redaktion)

Märkte machen. Unter diesem Motto stand der diesjährige Deutsche Modehandelskongress (DMHK) von BTE und Textilwirtschaft. Doch wie soll das angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen gehen?

Modehandelskongress in Düsseldorf. Top-Manager aus der Fashion-Branche kamen am 8. November auf Einladung von BTE und TW zusammen, um sich einen Überblick über die strategischen Herausforderungen der Branche zu verschaffen – und wie auf diese reagiert werden kann. Zu den Rednern auf dem Podium vom Modehandelskongress gehörten Vertreter von Zalando, Karstadt, L&T, C&A und Kauf dich glücklich. Die besten Aussagen im Überblick:

„Der Markt der Mitte erodiert. Volatilität ist die einzige Konstante. Auf den Hochmut der Vertikalisierung folgt die Demut vor der Digitalisierung.“
Klaus Harnack, Hachmeister + Partner  

„Je selbstverständlicher die Bedarfsbefriedigung über den Onlinehandel wird, umso größer wird der Anspruch an Erlebnisse und Inspirationen im stationären Handel. Im Wettbewerb zwischen Onlinehandel und stationärem Handel sind die Karten noch nicht gelegt. Es gibt Chancen – aber es bedarf eines verstärkten Aufbruchs.“
Tobias Humpert, Hachmeister + Partner 

„Die Kategorie Mode verliert bei den Konsumenten an Bedeutung. Noch nie waren die jährlichen Ausgaben für Bekleidung und Schuhe so niedrig wie heute. Aber: Wenn nur noch der Preis dominiert, führt sich die Fashion-Branche selbst ad absurdum. Die Zukunft des Warenhauses ist der vernetzte Marktplatz im Herzen der Innenstädte.“
Claudia Reinery, Karstadt

„Angesichts der aktuellen Lage im Handel gibt es drei Alternativen: Flucht (Verkaufen), Totstellen (Weiter machen wie bisher) oder Angriff. Wir haben uns für letzteres entschieden. Lengermann & Trieschmann ist für das Shoppen zuständig, nicht für das Einkaufen. Bei uns gilt: Ein Produkt ist nur dann gut, wenn es fotografiert und über die Sozialen Netzwerke geteilt wird.“
Mark Rauschen, Lengermann & Trieschmann

„Jeder der an eine Wachstumsgrenze des E-Commerce glaubt, ist naiv. Es wird zu einer paradoxen Entwicklung kommen: Der Intensivierung des digitalen Kundenkontakts steht ein nie dagewesener Bedeutungszuwachs des analogen Kontaktes und physischer Räume gegenüber. Nur Räume können die Sinne der Menschen wirklich ansprechen. Allerdings werden die Handelsflächen in den Innenstädten nicht als Erlebnisräume genutzt. Das muss sich ändern.“
Dr. Marc Schumacher, Liganova

„Wir verstehen Zalando als offenes Ökosystem, das Marken, Handel und Kunden verbindet. Wir bieten Möglichkeiten, um für mehr Frequenz in den Geschäften zu sorgen und zugleich attraktive Zusatzumsätze zu erzielen. Das Potenzial ist enorm. Wir werden bis Ende des Jahres 600 Händlern über Connected Retail an Zalando anschließen. Denkbar sind jedoch eher tausende Händler.“
Dr. Carsten Keller, Zalando

„Wir haben es heute mit Online-Giganten wie Amazon zu tun, die Marktanteil-getrieben sind. Das ist ein Erstickungsprozess, wenn jemand kein Geld verdienen will oder muss.“
Alain Caparros, C&A

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Helge Neumann / 09.11.2018 - 10:49 Uhr

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