Einzelhandel

Consumer-Barometer: Mit Verpackungen auf Kundenfang

Verpackungen von Schuhen müssen praktikabel sein, so das Ergebnis des Consumer-Barometers von IfH Köln und KPMG (Grafik: IfH Köln/KPMG)
Verpackungen von Schuhen müssen praktikabel sein, so das Ergebnis des Consumer-Barometers von IfH Köln und KPMG (Grafik: IfH Köln/KPMG)

Verpackungen sind nicht nur zweckmäßig, sondern ein Verkaufsfaktor. Das zeigt das aktuelle Consumer-Barometer von IfH Köln und KPMG.

Knapp jeder vierte befragte Konsument gibt an, Kaufentscheidungen häufig von der Verpackung eines Produktes abhängig zu machen. Noch mehr Wert auf die Verpackung legen Konsumenten, wenn es um Geschenke geht (78,3%). Mehr als sieben von zehn Befragten achten beim Kauf zudem bewusst auf Produkte mit wenig Umverpackung. Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln, sieht „eine Chance für Händler und Hersteller, sich nicht nur mit einem guten Produkt, sondern auch mit einer zielgruppengerechten Verpackung zu differenzieren“.

Frauen deutlich umweltbewusster, Smart Natives setzen auf Praktikabilität

Aus dem Conumer-Barometer geht hervor, dass Umweltfreundlichkeit und Praktikabilität die relevantesten Kriterien sind, wenn es ums Shoppen geht. Optik und Material sind indes nur für jeden zweiten der Befragten wichtig.

Die Umweltfreundlichkeit von Verpackungen ist produktübergreifend von hoher Relevanz, Frauen zeigen sich jedoch deutlich umweltbewusster als Männer. Smart Natives (16 bis 25 Jahre, tägliche Internet- & Smartphonenutzung) hingegen scheinen den Trend der Umweltfreundlichkeit insgesamt (noch) nicht so stark verankert zu haben wie die Generationen vor ihnen.

Von deutlich höherer Relevanz für Smart Natives ist die Praktikabilität der Produktverpackungen. In puncto Praktikabilität zeigen sich zudem deutliche produktgruppenspezifische Unterschiede zwischen der männlichen und weiblichen Bevölkerung. Während Frauen insbesondere in den Produktkategorien Kosmetik, Haushalts-/Dekoartikel und Schuhe besonderen Wert auf die Praktikabilität der Produktverpackungen legen, liegen der Anteil der Männer, die hierauf achten, bis zu 18 Prozentpunkte unter dem der Frauen.

Mit der Optik, auch wenn sie insgesamt nicht so wichtig ist wie die vorangegangenen Merkmale, können vor allem die Smart Natives überzeugt werden. Für gut die Hälfte der Smart Natives ist eine hochwertig anmutende Verpackung ein Grund, ein Produkt einem anderen vorzuziehen.

Umdenken ist angesagt – Ressourcen schonen ist die Devise!

Mehr als 84% der Befragten wünschen sich laut Consumer-Barometer, dass sich das Angebot von Produkten ohne Verpackung im Handel zukünftig erhöht. Auch, dass einige Händler ganz auf Plastiktüten verzichten, finden neun von zehn Befragten gut und knapp 80% gehen sogar so weit, dass sie keine Tüten nutzen, die an der Kasse angeboten werden, selbst wenn es die Bequemlichkeit deutlich erhöhen würde.

Michael Frantze / 05.09.2016 - 15:48 Uhr

Michael Frantze / 05.09.2016 - 15:48 Uhr

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