Schuhmesse European Shoeshow

Dran bleiben

Helge Neumann
Helge Neumann

Überblick bedeutet oftmals eben auch Durchblick. Nur wer diesen hat, kann wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen.

Anfang März: zwei Messen im Abstand von nur wenigen Tagen. Eine Veranstaltung findet in Köln, die andere in Düsseldorf statt. Die beiden Städte im Rheinland trennen nur rund 40 Kilometer und doch liegen zwischen ihnen Welten. Das gilt auch für die beiden Branchen-Events, die gegensätzlicher kaum sein könnten – zumindest auf den ersten Blick: Euroshop und European Shoeshow.

Köln zuerst: Die European Shoeshow feierte in der Domstadt eine insgesamt gelungene Premiere. Auch wenn die Anzahl der Besucher hinter den Erwartungen zurück blieb, hat das Team um Frank Hartmann einen guten Job gemacht. Die aktuelle Situation im Handel war aber eben auch in den historischen Hallen der XPost spürbar. Wie könnte es anders sein? Eine Messe kann zwar für gute Rahmenbedingungen sorgen, Einfluss auf die grundsätzliche Lage der Branche haben die Organisatoren jedoch nicht. Es herrscht eine allgemeine Verunsicherung, das war in den vergangenen Monaten bereits auf zahlreichen Veranstaltungen deutlich spürbar. Viele Händler erleben aktuell einen Verlust von Sicherheit und Kontrolle: Die Umsätze sinken, die Kunden bleiben weg, unter dem Strich bleibt immer weniger übrig. Was tun? Wo ansetzen? Pauschale Antworten gibt es nicht – leider. Vielmehr muss jeder Unternehmer für sich in mühevoller Kleinarbeit eine mittelfristig tragfähige Perspektive erarbeiten. Diese Ungewissheit setzt vielen zu. Von der Aufgabe zu handeln entbindet sie jedoch nicht.

Jetzt Düsseldorf: Die Euroshop brachte das Düsseldorfer Messegelände zum Brummen. Die Location schien hier kein Problem zu sein: Mehr als 113.000 Besucher bedeuteten einen neuen Rekord. Unter den Interessierten waren auch zahlreiche Vertreter aus dem Mode- und Schuhhandel, die sich in randvoll gefüllten 18 Messehallen über neue Produkte, Trends und Konzepte für den Handel informierten. Und das trotz der grassierenden Unsicherheit.

Wer die Messen in Köln und Düsseldorf besucht hat, lag in jedem Fall richtig. Angesichts der rasanten Marktveränderungen kann es sich kein Unternehmen erlauben, den Anschluss zu verpassen – weder mit Blick auf die Mode noch im Bereich der Handelstechnologie. Denn trotz allem gilt: Offenheit für den Wandel im Handel ist unverzichtbar. Im Vordergrund steht die Orientierung über das Machbare. Überblick bedeutet oftmals eben auch Durchblick. Nur wer diesen hat, kann zur Stärkung des eigenen Unternehmens wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen.

Technik kann begeistern. Sie dient jedoch keinem Selbstzweck. Es geht nicht um technische Spielereien, sondern um Innovationen, die bislang zeitintensive Prozesse vereinfachen und beschleunigen. Moderne Handelstechnologie gibt dem Handel Zeit zurück. Zeit, die er gut gebrauchen kann, um sich den Kernaufgaben zu widmen. Und um sich wieder verstärkt dem wichtigsten Faktor im System zu widmen: dem Kunden.

Helge Neumann / 15.03.2017 - 08:52 Uhr

Helge Neumann / 15.03.2017 - 08:52 Uhr

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