Hamm-Reno Group: Bildung am Bildschirm

"Das Potenzial eines Unternehmens sind seine Mitarbeiter", sagt Herbert Semmet, Personalleiter in der Hamm-Reno Gruppe.


 Er muss es wissen, denn er arbeitet für Reno seit den Gründerjahren und ist auf der Karriereleiter vom Buchhalter bis zum Geschäftsführer Personal aufgestiegen. Kein Einzelfall in der Hamm-Reno Gruppe.
Seit die Osnabrücker Hamm-Gruppe vor rund zehn Jahren bei Reno eingestiegen ist, hat sich viel verändert. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch in den Köpfen. Dr. Matthias Händle, der Vorsitzende Geschäftsführer der Hamm-Reno Group, hegt den Anspruch des Imagewandels - weg vom Hard-Discounter, hin zur Qualitäts- und Markenware. Das größte Potenzial, das aus eigenen Mitteln zu generieren ist, um die angestrebten Richtungspunkte auf dem Weg zum Erfolg zu erreichen, sieht der Geschäftsführer Personal Herbert Semmet in den Mitarbeitern. Gerade im Kerngeschäft setzt Reno auf die Kraft der eigenen Mannschaft. "Aus den dominanten Bereichen Verkauf, Einkauf und Logistik qualifizieren sich immer wieder Mitarbeiter für Führungspositionen", erläutert Herbert Semmet die Ansatzpunkte des Personalkonzeptes und nennt als Beispiel den Aufstieg vom Lagerarbeiter zum Logistikleiter. "In den Randbereichen wie Filialumbau oder Bauwesen kommen auch eher mal Quereinsteiger zum Zug", ergänzt der Personalmanager.


Ausbildung zum Filialleiter
Eine entscheidende Rolle in der Personalentwicklung der Zukunft spielt die 'HR Group Akademie'. Ein grundsätzliches Problem, das alle Filialisten betrifft, hat Reno nun mit einem qualifizierten E-Learning Konzept in Angriff genommen: Trotz der hohen Filialdichte in Deutschland gibt es keine anerkannte Ausbildung zum Filialleiter. Eine weitere Herausforderung für Filialisten stellt die Dezentralisation dar. Da werden gezielte Fortbildungen schnell zu einer kostspieligen Angelegenheit, bedingt durch die räumliche Trennung. Zusammen mit Martin Bruhn, dem Leiter des Zentrums für Weiterbildung bei der Pirmasenser IHK, haben sich die Verantwortlichen bei Hamm-Reno in diesem Fall 'verbündet'. Das Ergebnis ist der 'Sales-Manager IHK'. Beide Partner haben ihre Anforderungen an einen qualifizierten und anerkannten Abschluss definiert und innerhalb von sechs Monaten ein Online-Bildungskonzept auf die Beine gestellt, das im ersten Step rund 500 Filial-Führungskräfte durchlaufen werden. "Rund 60% der Inhalte haben Allgemeingültigkeit und sind somit branchenneutral einsetzbar, weshalb wir nach erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat vergeben können. Die restlichen Anteile der Lernbausteine basieren auf Hamm-Reno-spezifischem Wissen", gibt Martin Bruhn einen Einblick in das Konzept der HR Group-Akademie.
Der Weg zum Sales-Manager beginnt mit einer zweitägigen Kick-Off-Veranstaltung im Weiterbildungszentrum der IHK Pirmasens. Nach einem halben Jahr treffen sich die Teilnehmer, die sich in überschaubaren Gruppen von rund 30 Mitarbeitern zusammenfinden, zur Abschlussprüfung nochmals bei der IHK. Wer den Abschlusstest erfolgreich besteht, dem winkt ein bundesweit anerkanntes IHK-Zertifikat des Sales-Managers IHK.


Lernen am PC
Zwischen Start und Ziel liegt der Weg, sprich das Wissen, das sich die Filial-Führungskräfte am heimischen PC aneignen müssen. Rund 200 Lernstunden sind erforderlich, um sich am Bildschirm durch die verschiedenen Themengebiete zu arbeiten. Der gegliederte Lernstoff wird von zu Hause aus, außerhalb der Arbeitszeit am Computer erarbeitet und umfasst pro Woche eine Studienzeit von ca. 8-10 Stunden. "Wie schnell jeder Teilnehmer den Lernstoff erarbeitet, oder wie oft schwierige Themen wiederholt werden, bleibt den Mitarbeitern überlassen. Bei der Weiterbildung per E-Learning spielt der Ort oder die Zeit ebenfalls keine Rolle", fasst Dr. Bettina Pfleging, die Leiterin der Personalentwicklung bei der HR Group die Vorteile der innovativen Lernmethode zusammen und fügt hinzu: "Die Nutzung vieler Sinneskanäle, das aktive Erarbeiten der Lerninhalte und die Selbsttests garantieren einen hohen und raschen Lernerfolg."
Zur gegenseitigen Hilfe, sowie zum Erfahrungsaustausch steht den Lernenden eine Internetplattform zur Verfügung. Tutoren, die jeweils ein Fachgebiet als Pate betreuen, stehen den Kursteilnehmern mit ihrem Wissen bei regelmäßigen Chat-Abenden zur Verfügung.


Starke Lerngemeinschaft
"Auch die Kommunikation zwischen den Teilnehmern funktioniert hervorragend", schwärmt Personalgeschäftsführer Herbert Semmet von den positiven Nebeneffekten der modernen Kommunikations- und Wissensplattform. "Erfahrungen aus dem Tagesgeschäft oder Tipps aus der Praxis machen schnell in dem Daten-Netzwerk die Runde und jeder nimmt sich das heraus, was er in seinem Bereich nutzen kann", fügt Semmet hinzu. Nicht nur das Unternehmen profitiert von dem zeitgemäßen Weiterbildungsmodell durch qualifizierte Mitarbeiter, die letztendlich einen Wettbewerbsvorteil ausmachen. Aus dem Lernverhalten lassen sich hervorragend Strukturen und Profile der Mitarbeiter beurteilen, so dass sich durch das Online-Fernstudium viel leichter Mitarbeiter aus der Fläche für Führungspositionen empfehlen können.
Auch die Kursteilnehmer ziehen neben der höheren Kompetenz in der täglichen Arbeit und dem anerkannten Ausbildungszertifikat einen finanziellen Nutzen aus der HR Group-Akademie: Jeder erfolgreiche Absolvent erhält eine monatliche Leistungszulage von 100 Euro.     

/ 06.05.2008 - 10:01 Uhr

/ 06.05.2008 - 10:01 Uhr

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