Saisontaktung

Im Takt

Petra Salewski
Petra Salewski

Zu den großen Themen unserer Zeit gehört die Saisontaktung. Ein Dauerbrenner, der über Individualstrategien bislang nie hinaus kam.

Branche im Umbruch. Baustellen überall. Täglich neue Herausforderungen. Das Tempo der Veränderung steigt. Und der Druck ist gewaltig. Das spürt man in fast jedem Gespräch mit Händlern und Unternehmen der Industrie. Jeder sucht nach neuen Wegen und den richtigen Strategien. Das Personalkarussel dreht sich. Unternehmen suchen neue Kompetenzen – oder verabschieden sich von eingetretenen Pfaden. Es wird gehadert, gerungen und gekämpft. Was da ’draußen‘ stattfindet, ist, wie es ein Branchenvertreter kürzlich umriss, regelrecht ’Häuserkampf ‘. Es geht um Zentimeter auf dem Weg zum Kunden, um das Stück vom Kuchen, das verteidigt werden will. Und trotz aller Konkurrenz sind die Akteure in unserem Business gezwungen, sich gemeinsam den Herausforderungen zu stellen.

Erkennbar ist sie, die neue Offenheit auch bislang ’heißen Eisen‘ gegenüber. Ein gewisser Pragmatismus, der das in der Vergangenheit weit verbreitete Schubladendenken vielfach abgelöst hat. Es wird weniger gepredigt und mehr nach konkreten Lösungen gesucht. Vielleicht herrscht auch weniger Misstrauen und mehr Verständnis. Zu den großen Themen unserer Zeit gehört die Saisontaktung. Ein Dauerbrenner, an dem sich schon mancher abgearbeitet hat und der doch über Individualstrategien nie hinaus kam. Allen Wünschen und Forderungen zum Trotz. In den letzten Monaten hat die ANWR gemeinsam mit der Industrie an Konzepten und Strategien gearbeitet, um einen Orderrhythmus deutlich näher an der Verkaufssaison einzuführen. Mit einem neuen Messekonzept und quartalsweisen Orderveranstaltungen soll dieser Ansatz nun in die Branche getragen werden. Es ist logisch und richtig, dass ein solches Thema diskutiert und von verschiedenen Seiten betrachtet wird. Dass nicht von heute auf morgen ein solcher Rhythmus neu aufgestellt werden kann. Seitens der Verantwortlichen rechnet man damit, dass es bis zu zwei Jahre dauern wird, bis die neuen Strukturen wirklich greifen. Es wird sich zeigen, ob das Projekt wirklich gemeinschaftlich verstanden und umgesetzt wird. Schaffen es die Industrieunternehmen unter Einbindung der gesamten Wertschöpfungskette, alle Prozesse so umzustellen, dass noch während der Orderrunde neue Themen in die Kollektion einfließen? Kann unsere Branche wirklich so schnell sein wie Zara und H&M? Wenigstens ansatzweise? Wird auch der Handel eine neue Taktung nachvollziehen, bei der am Anfang der Saison die Information und Erstorder steht und auch zum Ende der Orderrunde noch genug Limit vorhanden ist, um neue Impulse aufzugreifen? Und was bringt der Industrie die Messepräsenz, wenn nur geschaut und nicht gekauft wird? Viele Fragen, auf die Antworten gefunden werden müssen. Am besten gemeinsam.

Petra Salewski / 09.08.2017 - 07:34 Uhr

Petra Salewski / 09.08.2017 - 07:34 Uhr

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