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Kinder als Kunden: Tipps und Tricks

Mit einigen Tipps & Tricks können Kinder beim Schuhkauf spielend leicht beraten werden. (Foto: Belly Button)

Jede Verkäuferin, die in einer Kinderschuh- Abteilung arbeitet, weiß das nur zu gut: Die Kleinen haben als Kunden ihre ganz eigenen Bedürfnisse. Wie man am besten mit ihnen umgeht und welche Tricks hilfreich sind, wenn es mal schwierig wird – darüber sprach I love shoes mit Conny Riebel vom Schuhhaus Berg und Nicola Thünemann von ’5 Zehen‘ in Tönisvorst.

I love shoes: Welche Herausforderungen bringen Kinder als Kunden mit sich?

Conny Riebel: Mit Kindern ist es immer spannend. Man braucht als Verkäuferin ein gutes Gespür für die Stimmung der Kleinen. Gerade bei Kindern ist die nämlich sehr tagesformabhängig. Häufig sind sie aber durch die Eltern schon gut auf den Schuhkauf vorbereitet worden. Ich habe jedoch auch die Erfahrung gemacht, dass die Eltern oft die eigentliche Herausforderung sind. Die haben häufig sehr konkrete Vorstellungen und vergessen, dass nicht sie es sind, die die Schuhe letztlich tragen werden. Da muss man als Verkäuferin gut vermitteln können.

I love shoes: Welche Voraussetzungen sollte eine Kinderschuh-Verkäuferin darüber hinaus mitbringen?

Conny Riebel: Sie sollte natürlich geduldig und einfühlsam sein. Schließlich ist sie nicht nur Verkäuferin, sondern gleichzeitig auch ein klein wenig Psychologin und Erzieherin. Außerdem sollte sie ein gutes Zeitmanagement besitzen. Man muss sehr effizient arbeiten können.

Tipp: Wissen hilft. Nehmen Sie regelmäßig an Seminaren, Schulungen und Fortbildungen teil und geben Sie Ihre Kenntnisse an Ihre Kollegen weiter. Sie sollten außerdem auf dem neuesten Stand bei Ökotest- und Stiftung Warentest-Ergebnissen sein. Die werden von Eltern oft nachgefragt.

I love shoes: Was machen Sie, wenn ein kleineres Kind partout keine Schuhe anprobieren möchte?

Conny Riebel: Da kann es helfen, anwesende Geschwisterkinder oder die Eltern einzubeziehen, die ebenfalls ein Paar Schuhe anprobieren. Der Nachahm-Effekt funktioniert gerade bei Kleinen ganz gut.

TIPP: Die WMS-Messgeräte für kleine Kinder sind mit Teddybären und Luftballons verziert. Damit kann man wunderbar ’Verstecken‘ spielen, indem man die Motive mit dem Fuß des kleinen Kindes verdeckt. Das macht den meisten Kids immer viel Spaß.  

I love shoes: Manche Kinder sind sehr schüchtern und ängstlich. Wie sollte eine Verkäuferin da vorgehen?

Conny Riebel: Ein spielerischer Zugang hilft hier sehr. Schenken Sie dem Kind vielleicht gleich zu Beginn einen Luftballon oder zeigen Sie ihm ein Kuscheltier. Außerdem ist eine persönliche Ebene sehr wichtig. Fragen Sie das Kind nach seinem Namen und stellen auch Sie sich mit Ihrem Vornamen vor.

 

(Foto: Froddo)

I love shoes: Lisa möchte unbedingt ein Paar glitzernde Sneaker, ihre Mutter dachte eher an praktische Halbschuhe mit Klettverschluss. Wie lösen Sie das Problem?

Conny Riebel: Durch einen Kompromiss. Man könnte beispielsweise die praktischen Halbschuhe nehmen, aber ein Paar Glitzer-Schnürsenkel dazu kaufen. Oder man entscheidet sich zwar für das Modell, das die Mutter präferiert, dafür aber in einer knalligen Farbe, die dem Kind gefällt.

I love shoes: Hatten Sie schon einmal ein besonders schönes Erlebnis mit Kindern?

Conny Riebel: Manche Kinder bringen nach dem Schuhkauf selbstgemalte Bilder als Geschenk vorbei. Zu besonderen Anlässen wie Taufe oder Kommunion/Konfirmation werden mir anschließend auch oft Fotos gezeigt.

I love shoes: Welche Schwierigkeiten bringt der Verkauf von Kinderschuhen mit sich?

Nicola Thünemann: Jedes Kind hat einen individuellen Charakter, auf den man sich einstellen muss. Manche sind nicht gerade einfach, da braucht man viel Feingefühl.

Tipp: Begrüßen Sie das Kind und gehen Sie in die Hocke, um auf Augenhöhe mit ihm zu sein.

I love shoes: Haben Sie eine spezielle Vorgehensweise beim Verkauf?

Nicola Thünemann: Es ist wichtig, dass sich das Kind wohl fühlt. Salzbrezel und ein tiefgründiges Gespräch mit Kind und Eltern sind da eine gute Lösung.  Meine Mitarbeiter und ich legen außerdem großen Wert auf die Passform. Wenn wir keinen passenden Schuh haben, dann verkaufen wir nicht einfach irgendeinen, sondern verzichten lieber auf das Geld. Das Wohl des Kindes steht an erster Stelle!

Tipp: Zwingen Sie dem Kind niemals einen Schuh auf, handeln Sie in seinem Interesse.

 

(Foto: Froddo)

I love shoes: Wie verhalten Sie sich bei Kindern, die zurückhaltend sind?

Nicola Thünemann: Durch ein Gespräch ist es leichter, Vorlieben und Informationen in Erfahrung zu bringen. So gelingt es dann doch meistens, den richtigen Schuh für das Kind zu finden.

Tipp:  Fragen Sie den kleinen Kunden, welche Schuhe seine Freunde tragen und ob diese ihm gefallen. So kann man schnell herausfinden, was es mag und was nicht.

I love shoes: Es treten doch mit Sicherheit Meinungskonflikte zwischen Kind und Elternteil beim Schuhkauf auf. Wie gehen Sie in so einer Situation vor?

Nicola Thünemann: Ich versuche, weitestgehend diplomatisch zu bleiben. Manchmal ist das nicht ganz möglich und ich muss zu Tricks greifen. Zum Beispiel, indem ich sage, dass der Schuh nicht in der passenden Größe zu haben ist. Was auch hilfreich ist, sind kleine Handgriffe wie der Austausch vonSchnürsenkeln oder das Anbringen von Strasssteinen. So wird der Schuh für das Kind anschaulicher.

I love shoes: Hatten Sie schon besonders einprägsame Erlebnisse mit Kindern?

Nicola Thünemann: Ich bekomme oft gemalte Bilder oder Fotos, auf denen die neuen Schuhe zu sehen sind. Einmal habe ich nach dem Verkauf ein Eis spendiert bekommen. Allerdings freue ich mich auch immer sehr über die Anrufe von Müttern, die sich für den Service bedanken wollen.

I love shoes: Was würden Sie angehenden Verkäuferinnen für Kinderschuhe raten?

Nicola Thünemann: Man sollte die Arbeit nicht unterschätzen, da sie sehr zeitaufwändig ist! Zudem ist es wichtig, gut mit Kindern umgehen zu können. Meine Mitarbeiter sind selbst alle Mütter und haben somit die nötige Erfahrung. Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, sollten auf jeden Fall Schulungen absolviert werden.

Sarah Amadio / 18.04.2017 - 11:59 Uhr

Sarah Amadio / 18.04.2017 - 11:59 Uhr

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