EHI: E-Commerce-Studie

Kleine Onlineshops haben es schwer

Studie: EHI und Statista erfassen E-Commerce-Markt in Deutschland (Grafik: EHI)
Studie: EHI und Statista erfassen E-Commerce-Markt in Deutschland (Grafik: EHI)

Laut der Studie ’E-Commerce-Markt Deutschland 2017‘ von EHI und Statista befindet sich der Onlinehandel weiterhin auf Wachstumskurs. Die Top-1.000-Onlineshops steigerten ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 10%.

Während das Umsatzwachstum sich vornehmlich auf den Plätzen 1 bis 500 des Rankings gezeigt hat, gehörten die kleinen Onlineshops tendenziell zu den Verlierern. Nach Angaben des EHI Retail Institutes sei die Marktkonzentration auf hohem Niveau und habe, wie bereits in den vergangenen Jahren, weiter zugenommen. So stehen die zehn größten Shops mittlerweile für 39,6% des Gesamtumsatzes der Top-1.000-Onlineshops

Starke erste Hälfte

39,6 Mrd. Euro haben die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland in 2016 erwirtschaftet, 4,1 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr. Den Löwenanteil des Gesamtumsatzes erzielten mit 15,7 Mrd. Euro die zehn stärksten Anbieter. Die 90 Shops hinter den Top 10 kommen in Summe auf 11,8 Mrd. Euro. Die Shops der Plätze 101 bis 500 kommen gemeinsam noch auf 8,3 Mrd. Euro. Für die kleinen Shops wird es immer enger im hart umkämpften Markt um den Kunden. So erreichten die Plätze 501 bis 1.000 bereits im zweiten Jahr in Folge weniger Umsatz als im Vorjahr (4,0 Mrd. Euro) und generierten in 2016 gemeinsam nur noch 3,8 Mrd. Euro.

Mobil ist Pflicht für Onlineshop-Betreiber

Bereits im letzten Jahr habe sich laut EHI abgezeichnet, dass Mobile Shopping zum Pflichtprogramm im deutschen Onlinehandel geworden ist. 2016 lag der Anteil der Händler, die ihre Onlineshops für mobile Endgeräte angepasst haben, bei über 80 Prozent. In diesem Jahr sind es bereits knapp 90%. Hinsichtlich der mobilen Erreichbarkeit ihres Shops setzt der Großteil (87,3%) wie schon im Vorjahr (78,7%) auf mobile Webseiten inkl. Shop. Aber auch der Anteil an Shops mit App hat deutlich zugenommen. 2016 lag der Anteil noch bei 28,0%. Mittlerweile verfügt jeder dritte (35,7%) Onlineshop über eine eigene App.  

Insgesamt habe der Anteil der Anbieter, die ihren Kunden neben dem klassischen Desktop-Onlineshop mindestens einen zusätzlichen Touchpoint – wie stationäre Ladengeschäfte, Kataloge oder die mobile Version des Onlineshops – anbieten, leicht zugenommen. Aktuell haben 959 Shops des Rankings zusätzliche Touchpoints in ihrem Portfolio, 2016 waren es 925 Anbieter. Dabei dominiert das Modell mit einem weiteren Touchpoint. Hierauf setzen 448 Händler, im Vorjahr waren es noch 377.

Loyale Fans im Onlinehandel

Im Onlinehandel sei Kundenloyalität besonders wichtig, denn die Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt. „Soziale Medien können durch direkte Ansprache helfen, Kunden zu loyalen Fans machen“, erläutert Christoph Langenberg, E-Commerce-Experte beim EHI. Dementsprechend seien nahezu alle Onlineshops in sozialen Medien vertreten. Mit 95,1% liegt Facebook vorne, gefolgt von Google+ mit 83,8%, YouTube mit 80,0% und Twitter mit 76,6%. Aber auch die beiden vergleichsweise neuen Plattformen Instagram und Pinterest weisen bereits jetzt eine hohe Verbreitung auf und kommen auf 64,0 bzw. 55,3%. Das Engagement der Unternehmen auf den jeweiligen Social Media-Plattformen ist allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt. So ist z. B. die Aktivität der Onlineshops auf Google+ verhältnismäßig gering: Die durchschnittliche Anzahl an Followern auf Facebook ist 15 mal so hoch wie die entsprechende Anzahl auf Google+.

Michael Frantze / 13.10.2017 - 07:35 Uhr

Michael Frantze / 13.10.2017 - 07:35 Uhr

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