Umsatzentwicklung im Schuhhandel

Mehr Spannung

Helge Neumann
Helge Neumann

Wie wichtig eine Abkehr vom Saisondenken ist, werden die nächsten Wochen zeigen. In den Köpfen der Verbraucher startet dann der Winter-Schlussverkauf.

Das Wetter. Das Lieblingsthema der Schuhbranche – und in den vergangenen Wochen endlich mal kein Anlass zum Klagen. Im Gegenteil. Der September hat dem Handel Spaß gemacht. Endlich passte das Wetter mal wieder. Herbstliche Kühle statt Endlos-Sommer wie noch im vergangenen Jahr. Mit durchschnittlich 12,7 Grad war es in den vergangenen Wochen mehr als vier Grad kälter als im Rekord-September 2016. Neben den modisch Interessierten kamen so auch die Bedarfskäufer auf der Suche nach wärmenden Schuhen in die Geschäfte. Das Resultat kann sich sehen lassen. Die Umsätze stiegen zweistellig. Natürlich gilt: Angesichts der extrem niedrigen Vorgaben hätte ein weiteres Minus eine Katastrophe bedeutet. Für eine Branche, die in den vergangenen Jahren wahrlich nicht mit Erfolgsmeldungen gesegnet war, ist die aktuelle Umsatzentwicklung dennoch ein willkommener Anlass zum Durchatmen und Krafttanken. Für mehr jedoch nicht.

Die Lage bleibt auch weiterhin angespannt. Und höchst volatil. Auf einen guten Monat kann schnell ein mäßiger folgen. Verlässliche Vorhersagen fallen immer schwerer. Alte Gewissheiten verlieren an Bedeutung. Was bleibt, sind die Herausforderungen. Dazu gehört auch das Mega-Thema Frequenz. Immer weniger Konsumenten machen sich auf den Weg in die Innenstädte. Denjenigen, die kommen, muss der Handel künftig mehr Spannung bieten. Wenn jedoch von August bis März die gleichen Schuhe auf der Fläche stehen, kommt genau das Gegenteil auf: Langeweile. Das Thema Taktung genießt daher weiter bei vielen klugen Köpfen in der Branche Priorität. So auch in Mainhausen und Heilbronn. Nach der ANWR hat nun auch der Sabu eine Ausweitung des Messeangebots verkündet. Mehr Messen, mehr Liefertermine, mehr Spannung im Handel – so das Kalkül der Verantwortlichen.

Wie richtig und wichtig eine Abkehr vom reinen Saisondenken ist, werden die nächsten Wochen zeigen, in denen landauf, landab mit Mid-Season Sale-Aktionen zu rechnen ist. In den Köpfen der Verbraucher startet damit der Winter-Schlussverkauf. Im Oktober. Auf Dauer ist diese dramatische Entwertung nicht durchzuhalten. Um gegenzusteuern, ist die gesamte Branche gefragt. Die neuen Messetermine der Verbundgruppen können nur ein erster Impuls sein. Jetzt ist Konsequenz gefragt. Vom Handel, der sich davon lösen sollte, stets den frühestmöglichen Liefertermin zu wählen. Und ebenso von der Industrie, die ihre Abläufe so verändern muss, das auch im Laufe der Saison noch frische Themen angeboten werden können. Eine solch fundamentale Veränderung wird fraglos mehrere Saisons in Anspruch nehmen. Erste Maßnahmen sollten jedoch bereits heute ergriffen werden. Die Zeit drängt – dem guten September zum Trotz.

Helge Neumann / 04.10.2017 - 09:17 Uhr

Helge Neumann / 04.10.2017 - 09:17 Uhr

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