Turbulente Tage für Galeria Kaufhof

Stürmische Zeiten

Helge Neumann
Helge Neumann

Tage des Donners. Jeden Tag eine schlechte Nachricht. Galeria Kaufhof kommt nicht aus den Schlagzeilen. Und das bereits seit Wochen. Was ist los in Köln?

Nach der Übernahme durch den kanadischen Handelskonzern Hudson’s Bay Company schien Galerie Kaufhof in sicherem Fahrwasser. Als Sorgenkind galt vielmehr Dauer-Konkurrent Karstadt. Falsch gedacht. Mehrfach sahen sich die Führungsetage von Galeria Kaufhof und das HBC-Management in den vergangenen Tagen genötigt, kritische Berichte zu dementieren und Treuebekundungen abzugeben. Alternativlose Maßnahmen, und trotzdem keine guten Signale an die Öffentlichkeit. 

Ein Abgesang auf das Warenhaus-Unternehmen käme jedoch viel zu früh. Davon würden letztlich vor allem jene Investoren profitieren, die bereits in der Vergangenheit eine Fusion von Kaufhof und Karstadt zur Deutschen Warenhaus AG betrieben. So wurde in diesen Tagen unter anderem auch erneut von einem Interesse von Karstadt-Eigentümer René Benko an Kaufhof berichtet. Der österreichische Selfmade-Milliardär ist für HBC der ’bad guy‘. Er soll die Indiskretionen aus der Kölner Unternehmenszentrale gezielt an Medien weitergegeben haben. Mag sein, dass Benko weiterhin Interesse an Kaufhof hat. Für alle Probleme beim HBC-Tochterunternehmen kann er jedoch nicht verantwortlich gemacht werden. 

Die Kanadier kämpfen aktuell an vielen Fronten. Den Zuschlag für die Übernahme von Kaufhof erhielten sie auch aufgrund der Ankündigung eines üppigen Investitionsprogramms. Rund eine Mrd. Euro wollte HBC in den nächsten Jahren in das Warenhaus-Unternehmen 
stecken. Der Ausbau der Schuhflächen spielte dabei eine zentrale Rolle. Und tatsächlich sorgte die Neueröffnung der vergrößerten Fläche in der Filiale in Düsseldorf in der Schuhbranche durchaus für Aufsehen. Seitdem ist jedoch wenig passiert. Hat sich HBC verzettelt? Statt sich auf das Kerngeschäft Kaufhof zu konzentrieren, wurden neben der Eröffnung des Offprice-Konzepts Saks Off 5th zeitgleich auch noch die Expansion in den Niederlanden vorangetrieben, wo insgesamt zehn Hudson’s Bay Häuser eröffnet werden. Hinzu kommen der nicht zu 
unterschätzende Ausbau der Online-
Aktivitäten bei gleichzeitig weiter steigenden Marktanteilen der Pure Player und ’last but not least‘ die Probleme im nordamerikanischen Einzelhandel. 
Jedes Projekt ist bereits für sich eine 
Herausforderung – zusammen sind sie eine echte Herkules-Aufgabe.

Helge Neumann / 12.09.2017 - 09:26 Uhr

Helge Neumann / 12.09.2017 - 09:26 Uhr

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