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WOCHEN-RÜCKBLICK

von Petra Steinke


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26. Juni 2020

Persönliches Exemplar für ###USER_name###

Liebe Leserin, lieber Leser!

     

 

Die „Cheftagung“ der Textil-Verbundgruppe Katag gehört einmal im Jahr zu den festen Terminen in meinem Kalender. Immer im Sommer trifft man in Bielefeld auf spannende Redner und engagierte Unternehmer. Die Katag schafft es regelmäßig, Keynote Speaker aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für ihre Cheftagung zu gewinnen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet war schon da, die heutige Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und Auma Obama, die Schwester des früheren US-Präsidenten. Die Chefs der Mitgliedsunternehmen reisen an, um aus verschiedenen Vorträgen Inspirationen mitzunehmen, sich mit Kollegen auszutauschen und zu „netzwerken“.

 

 

Corona geschuldet, musste das Event dieses Mal in neuer Form stattfinden: Als Livestream, übertragen aus Berlin. Am Abend des 24. Juni gab es kein Plaudern unter Kollegen, kein Anstoßen und nicht das gewohnte angenehme Grundrauschen, wenn Menschen in guter Stimmung beisammen sind. Vielmehr saßen in einer Diskussionsrunde neben dem Katag-Chef Dr. Daniel Terberger der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und drei Vertreter der Modebranche. Und das Ambiente war eher nüchtern. Terberger schilderte in drastischen Worten die Situation in der Branche. Er dankte der Politik für ihre schnelle und umfangreiche Reaktion in der Krise. Er ließ aber auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass er erheblichen Optimierungsbedarf sieht.

 

 

Altmaier, der bei Vorträgen und Diskussionen solcher Art gern persönliche Anekdoten einflicht, erzählte vom Kauf maßgefertigter Anzüge, von bedruckten Hemden und von online bestelltem Wein aus dem Saarland. Und er betonte, der innerstädtische Einzelhandel gehöre zur kulturellen Identität unseres Landes, ebenso wie die Gastronomie und die Hotellerie. Diese gelte es zu bewahren und zu schützen. Man sei angetreten zu verhindern, dass gesunde Unternehmen in der Krise unverschuldet in die Pleite abgleiten.

Altmaier sagte aber auch, dass jede Krise, jede Rezession zu nachhaltigen Veränderungen geführt habe. Dass es „am Ende nicht mehr so sein wird wie vorher“. Und dass alle auch noch so großen Bemühungen nicht dazu führen werden, die Entwicklung „umzudrehen“.

 

 

Nun kann man bei einem Livestream nicht sehen, wie die anderen Zuschauer auf das Gesagte reagieren. Gab es in den Büros, Arbeits- und Wohnzimmern quer durch die Republik Zustimmung für die Forderungen Terbergers? Verständnis für die Schilderungen Altmaiers? Wünsche, die man gern geäußert hätte? Bei der „physischen“ Veranstaltung hätte es Applaus, vielleicht Unmutsäußerungen, hier und da Schmunzeln und womöglich kritische Fragen aus dem Publikum gegeben. Dieser Aspekt fehlt, wenn eine Veranstaltung wie die Cheftagung „virtuell“ erlebt wird.

       

 

Altmaier hat recht: Nach Corona, wann immer das sein wird, wird vieles anders sein als vorher. Wir werden beispielsweise öfter digital kommunizieren. Aber ich hoffe doch sehr, nein, ich gehe fest davon aus, dass sich eines nicht ändern wird: Dass Menschen in unserer Branche einander irgendwann wieder ganz ungezwungen und mit Freude begegnen, einander vertraut den Arm um die Schulter legen, Erfahrungen im persönlichen Gespräch austauschen, Ideen diskutieren, vielleicht streiten und gern auch lachen. Das sollten wir uns von Corona nicht nehmen lassen.

 

 

Herzlichst,
Ihre Petra Steinke

 
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