Ausweitung auf Lederproduktion

Oeko-Tex baut STeP-Zertifizierung aus

Oeko-Tex-Generalsekretär Georg Dieners (Foto: Samuel Trümpy)
Oeko-Tex-Generalsekretär Georg Dieners (Foto: Samuel Trümpy)

Zielsetzung Verbraucherschutz und Nachhaltigkeit: Die Oeko-Tex Gemeinschaft weitet zum 1. April 2019 ihr STeP-Assessment auch auf Lederproduktionsstätten aus.

Im Zuge dieser Integration ändert sich auch der Name: Aus „Sustainable Textile Production“ wird „Sustainable Textile and Leather Production“. Der Produktname STeP bleibt bestehen, teilt Oeko-Tex mit.

„Im Vergleich zur Textilindustrie steht die Lederindustrie noch relativ am Anfang, wenn es um das Thema umweltfreundliche Produktion geht. Zum Gerben von Leder wird zum Beispiel standardmäßig das Schwermetall Chrom verwendet, von dem jährlich knapp 200.000 Tonnen in der Lederproduktion eingesetzt werden“, erklärt Georg Dieners, Generalsekretär der Oeko-Tex Gemeinschaft. „Das Leder kann aber nur etwa 60 Prozent des während der Gerbung eingesetzten Chroms aufnehmen und binden. Der Rest landet im Wasser.“ Beim Thema Nachhaltigkeit in der Lederproduktion müsse also Aufklärungsarbeit geleistet und die Industrie auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Produktion unterstützt werden.

Die STeP-Zertifizierung ist für Produktionsbetriebe aller Verarbeitungsstufen möglich: von der Wasserwerkstatt über die Gerberei bis hin zur Veredelung und Konfektionierung. Durch die modulare Analyse aller relevanten Unternehmensbereiche wie Chemikalienmanagement, Umweltleistung, Umweltmanagement, Arbeitssicherheit, soziale Verantwortung und Qualitätsmanagement ermöglicht die STeP-Zertifizierung eine umfassende und verlässliche Auswertung, wie nachhaltig die Betriebe produzieren.

„Ziel der STeP-Zertifizierung ist eine dauerhafte Umsetzung umweltfreundlicher Produktionsprozesse und sozialverträglicher Arbeitsbedingungen“, so Dieners weiter. Daher gehörten zur STeP-Zertifizierung auch ein internes Qualitätsmanagement sowie regelmäßige Audits in den Betrieben, die zum Teil auch unangekündigt durchgeführt werden, um die Einhaltung der geforderten Kriterien in den Produktionsbetrieben vor Ort zu kontrollieren. Dieners: „Die Nachfrage nach schadstoffgeprüften und nachhaltig sowie sozial fair produzierten Artikeln steigt – auch wenn es um Lederwaren geht. Verbraucher lernen schnell, dass ihre Einkaufsentscheidungen einen Einfluss auf ihre Familien und unsere Umwelt haben. Für dieses Erwachen müssen Marken, Händler und Hersteller gerüstet sein und mit STeP bieten wir ihnen hierfür ein optimales Tool.“

Oeko-Tex Vortrag auf der Gallery Shoes

Was für Textilien wichtig ist, darf auch bei Lederwaren nicht fehlen: Mit der Sustainable Textile- and Leather Production Zertifizierung (kurz STeP) von Oeko-Tex können Hersteller in der Lederproduktion nun nachweisen, dass sie nachhaltig produzieren und dies transparent, glaubwürdig und leicht nach außen kommunizieren.

Nachhaltigkeit in der Lederproduktion, Montag, 11. März 15:00 Uhr – 1. OG Kesselhaus

Tobias Kurtz / 28.02.2019 - 12:03 Uhr

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