Geschäftsbericht

Otto Group kämpft mit dem Wetter

Alexander Birken
Alexander Birken

Die Otto Group konnte im Geschäftsjahr 2018/19 nach vorläufigen Zahlen den Umsatz auf vergleichbarer Basis um 3,5% auf rund 13,5 Mrd. Euro steigern. Allerdings litt der Konzern unter dem langen, heißen Sommer.

Der ungewöhnlich lange und heiße Sommer in Europa hat sich auf die Textil- und Möbelumsätze der Otto Group ausgewirkt. Nach vorläufigen Zahlen legte der Umsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr 2018/19, das am 28. Februar endete, auf vergleichbarer Basis um 3,5% auf rund 13,5 Mrd. Euro zu. Die Online-Umsätze sind auf vergleichbarer Basis um 4,5% auf 7,7 Mrd. Euro, in Deutschland um 5,2% auf 5,3 Mrd. Euro gestiegen. Alexander Birken, Vorstandsvorsitzender der Otto Group: „Wir haben uns in einem herausfordernden Marktumfeld gut behauptet, auch wenn wir unsere eigenen, ambitionierten Planungen nicht vollumfänglich umsetzen konnten. Gleichwohl halten wir weiterhin konsequent an unseren fokussierten Investitions- und Wachstumszielen fest.“ Ziel ist es, bis 2022 einen Umsatz von 17 Mrd. Euro auf vergleichbarer Basis zu erwirtschaften.

Otto bleibt Wachstumstreiber

Der Plattform-Händler Otto hat sich nach Angaben des Hamburger Unternehmens erneut als Wachstumstreiber erwiesen. Das Unternehmen konnte seine Erlöse um 8,3% auf 3,2 Mrd. Euro und die Zahl der aktiven Kunden um 5% auf 7 Mio. steigern. Zugleich investierte Otto rund 100 Mio. Euro in die Weiterentwicklung von Otto.de zur Plattform, auf der externe Händler und Hersteller ihre Produkte vertreiben können. Bis Ende nächsten Jahres sollen die Kunden von Otto.de auf Produkte von bis zu 3.000 neuen Partnern zugreifen können.

Rasantes Tempo von About You

Auf einem steilen Wachstumspfad befindet sich weiterhin der Onlinehändler About You. Das Unternehmen hat den Umsatz um 63% auf rund 461 Mio. Euro steigern können, ist mittlerweile in sieben europäischen Märkten präsent und will in diesem Jahr in weitere Länder expandieren. Mit dem Einstieg der dänischen Bestseller Group wurde das Unternehmen mit mehr als 1 Mrd. US-Dollar bewertet – es ist damit das erste so genannte Unicorn aus Hamburg. Die auf die Zielgruppe Familien spezialisierte Mytoys-Gruppe mit den Shops Mytoys, Limango, Mirapodo und Yomonda konnte die Umsätze auf vergleichbarer Basis um 8% auf 670 Mio. Euro steigern. Vor allem Limango hat sich dabei laut Otto als Wachstumstreiber erwiesen.

Hermes Gruppe profitiert weiter vom E-Commerce-Trend

Im Segment Service profitierte die Hermes Gruppe als starke Nr. 2 in den europäischen Kernmärkten Deutschland, Großbritannien und Frankreich weiterhin vom wachsenden E-Commerce. Hermes steigerte die Umsätze mit Auftraggebern außerhalb der Otto Group um 11,3% auf 2,2 Mrd. Euro. In Deutschland führte ein hohes Paketaufkommen vor dem Hintergrund substanzieller Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu signifikanten Steigerungen der Lohnkosten, insbesondere auf der sogenannten ’letzten Meile‘.

Otto Group ist profitabel, aber unter starkem Vorjahr

Das insgesamt gebremste Wachstum der Otto Group hat sich auch auf die Ertragsseite ausgewirkt. Zusammen mit den geplant hohen Investitionen in die Weiterentwicklung von Otto und in die logistische Infrastruktur der Unternehmensgruppe werden die Ergebnisse unter denen des sehr starken Vorjahres liegen. Die Otto Group bleibt profitabel und investiert weiterhin in nachhaltige Geschäftskonzepte und Technologie.
Die Ergebnisse des zurückliegenden Geschäftsjahres werden gemeinsam mit dem von Wirtschaftsprüfern testierten Konzernabschluss am 22. Mai 2019 auf der Bilanzpressenkonferenz veröffentlicht.

Helge Neumann / 28.03.2019 - 12:19 Uhr

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