Treffen in Düsseldorf

Rexor lädt zum Ideenaustausch

Best Practice – am 14. November lud die Rexor ihre Mitglieder nach Düsseldorf ein, um ihnen praktische Tipps und Anregungen zu bieten.

Laut Günter Neunaber beherrscht aktuell ein Thema die Schuhbranche: „Jeder spricht nur noch über die Digitalisierung – das kann doch nicht alles sein. Es war daher ein Herzenswunsch von Niek Jansen und mir, eine Veranstaltung zu organisieren, auf der digitale Themen nicht im Vordergrund stehen“, so der Rexor-Geschäftsführer in seiner Begrüßung der anwesenden Mitglieder. Zu 100% kamen allerdings auch die Vorträge auf dem Rexortreff ’Retail – Best Practices‘ nicht ohne Verweise auf Amazon & Co. aus.   

 

Totale Kulanz 

 

Über Service und Kulanz referierte Christian Riethmüller von der Osiander Buchhandlung aus Tübingen. Das Familienunternehmen wurde 1596 gegründet und betreibt rund 50 Buchhandlungen in Süddeutschland. „Wir sind digital gut aufgestellt“, erklärte der Geschäftsführer. Und dennoch generiere Osiander 85% des Gesamtumsatzes stationär. „Es werden enorme Summe in die Digitalisierung investiert. Allerdings vergessen manche Branche scheinbar, warum wir in den Läden für unsere Kunden da sind.“ Es sei ein Armutszeugnis, wenn der Onlinehandel den Kunden einen besseren Service biete als der Handel vor Ort. „Wenn der Kunde in unseren Geschäften keine Wertschätzung erfährt, wird es schwierig“, so Riethmüller. Ziel des Handels müsse es sein, den Konsumenten das Einkaufen so einfach und bequem wie möglich zu machen. Daher habe Osiander das Konzept der ’totalen Kulanz‘ eingeführt. Zugleich wird massiv in Ladenbau und Personal investiert. Christian Riethmüller: „Kürzlich habe ich den ersten stationären Buchladen von Amazon in Seattle besucht – und ich war vom Service begeistert und schockiert zugleich: Ein Onlinehändler kann besser stationär verkaufen als der traditionelle Handel! Und wir sollten uns nichts vormachen. Amazon wird auch in Deutschland Läden eröffnen.“  

 

Umbau extrem 

 

Seit vier Generationen betreibt die Familie Wagner in Bad Kreuznach Schuhhandel. In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen einen radikalen Wandel vollzogen. Nicht nur übernahmen die beiden Schwestern Claudia Holbach und Julia Wagner die Geschäftsführung, zugleich wurde im ersten Halbjahr das Geschäftslokal von Grund auf umgebaut. Zugleich wurde die Hälfte der rund 1.000 qm Verkaufsfläche an die Osiander Buchhandlung untervermietet, so dass seit Sommer Bücher und Schuhe unter einem Dach verkauft werden. „Der Umbau war eine extreme Herausforderung“, berichtete Julia Wagner in Düsseldorf. Mit dem Resultat seien sie jedoch äußerst glücklich. „Die Arbeit hat sich gelohnt.“

Mehr über das Schuhhaus Wagner lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 47/2017.

Helge Neumann / 15.11.2017 - 16:53 Uhr

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