Handel und Industrie profitieren

RFID Shoes Group entwickelt neuen Identifikationsstandard

Die RFID Shoes Group, eine gemeinsame Initiative von AIM-D e.V., ANWR Group und GS1 Germany mit über 60 Vertretern aus der Schuhproduktion, hat einen neuen Identifikationsstandard entwickelt.

Die neue Lösung der RFID Shoes Group basiert auf dem elektronischen Produktcode EPC. Dank des neuen GS1 Standard Individual Trade Item Piece (ITIP) können Unternehmen ab sofort zum Beispiel beide Schuhe eines Paares mit einem eigenen RFID-Tag versehen und so immer als Paar verbinden. Linker und rechter Schuh bleiben eindeutig ein Paar, auch wenn der eine im Ladenregal steht und der andere im Karton bleibt. Darüber hinaus wurde eine Anwendungsempfehlung, die RFID Tagging Guideline, entwickelt.  

 

Vorteile für den Handel

 

Die Vorteile sind vielseitig, wie Harald Krug, Bereichsleiter Logistik & Projekt Retail Logistics bei der ANWR Group und einer von drei Co-Chairs der RFID Shoes Group, bestätigt: „Es gibt eine ganze Reihe innovativer Anwendungsfälle, bei denen nur ein RFID-Tag pro Schuhpaar längst nicht mehr ausreicht. Das betrifft insbesondere die Prozesse im Handel, auf der Verkaufsfläche genauso wie im Retourenmanagement, und die Herstellerprozesse, etwa die Automatisierung der Produktion.“ Der stationäre Handel profitiere zum Beispiel von einer besseren Verfügbarkeit der Waren auf der Verkaufsfläche, teilt GS1 Germany mit. Sobald sich ein Kunde für einen Schuh interessiere, könne der Verkäufer per Lesen des RFID-Tags schnell das zugehörige Gegenstück beschaffen. Zudem lasse sich der versehentliche Verkauf nicht zusammengehörender Schuhe vermeiden. Das erhöhe die Kundenzufriedenheit und reduziere Kosten. Im Online- und Omnichannnel Commerce lägen die Vorteile insbesondere bei einem erheblich effizienteren Retourenhandling. Das automatische Scannen von Retouren-Kartons beantworte viele Fragen auf einen Schlag, zum Beispiel: Ist die Retoure vollständig? Gehören die Schuhe zusammen? Bei einer Retourenquote von rund 50% schlage diese Effizienzsteigerung schnell positiv zu Buche.  

 

Vorteile für die Industrie

 

Auf Produktionsseite wird laut GS1 mit der neu geschaffenen Lösung die Automatisierung vorangetrieben. So würden linke und rechte Schuhe zum Teil auf separaten Linien gefertigt, zum Beispiel bei der Produktion von Sneakern. Die einzelnen Schuhe ließen sich mit ITIP automatisiert und schnell zusammen- und dem richtigen Schuhkarton zuführen. Zudem sei ein präzises Tracking & Tracing möglich. Ralph Tröger, Senior Manager Identification/Data Carrier bei GS1 Germany, erklärt: „Das Funktionsprinzip des ITIP EPC ähnelt dem des serialisierten EPC, der heute bereits bei vielen Unternehmen der Fashion- und Schuhbranche zum Einsatz kommt. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass der ITIP EPC darüber hinaus noch eine Teile-Nummer und die jeweilige Gesamtanzahl an Teilen codiert. Auf diese Art kann eine entsprechende Software automatisch erkennen, welche Schuhe zueinander gehören.“  

Die Anwendungsempfehlung steht allen GS1 Complete Kunden und GS1 Germany Solution Partnern hier kostenlos zur Verfügung

Helge Neumann / 26.09.2017 - 16:01 Uhr

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