Unternehmen

Rieker schließt Schuhfabrik in Rumänien

Rieker schließt die Schuhfabrik im rumänischen Lugosch. Mehr als 650 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Rieker-Chef Markus Rapp erklärte gegenüber lokalen Medien die Hintergründe.

Wie das Tuttlinger Unternehmen Rieker bekannt gibt, soll die Produktion im rumänischen Lugoj Ende April beendet werden. Man reagiere damit auf „den massiven Arbeitskräftemangel, der sich seit Jahren sowohl in quantitativer als auch qualitativer Sicht immer mehr zugespitzt hat“, heißt es in einer Mitteilung von Rieker, die schuhkurier vorliegt. „Die jährlich kontinuierlich wachsende Fluktuationsrate und das damit verbundene stets erforderliche Akquirieren von neuem Personal und das jeweilige Anlernen führte zu Produktivitätsverlusten und somit zu Kostensteigerungen.“

Von der Werksschließung seien 647 Mitarbeiter betroffen, teilt das Unternehmen mit. Die Arbeitnehmervertreter und die Belegschaft seien am 11. Februar bei einer Informationsveranstaltung über den Schritt in Kenntnis gesetzt worden. Voraussichtlich zum 31. März erfolge die betriebsbedingte Kündigung der Beschäftigten wegen Betriebsschließung. Alle Arbeitnehmer sollen ein Abfindungsangebot erhalten. 

Da der Arbeitsmarkt über zahlreiche offene Stellen verfüge, hätten bereits unmittelbar nach der Veröffentlichung der geplanten Betriebsschließung eine Vielzahl von Firmen aus Logoj ihr Interesse an Mitarbeitern bekundet, heißt es seitens Rieker. In Abstimmung mit den lokalen Behörden sollen im Verlauf des März sämtliche interessierten Unternehmen die Möglichkeit erhalten, sich und die entsprechenden zu besetzenden Stellen der Rieker-Belegschaft zu präsentieren. 

48 Mio. Paar Schuhe in 21 Jahren

Die Schuhfabrik wurde am 17. Februar 1998 gegründet. Bis heute hatten etwa 20.000 Personen Beschäftigungsverhältnisse mit dem Tuttlinger Unternehmen. Es wurden mehr als 48 Mio. Paar Schuhe in Logoj montiert, verpackt und versendet. „Ungefähr 65% unserer Mitarbeiter pendeln zur Fabrik mit elf Bussen aus den naheliegenden Ortschaften. Einige Mitarbeiter werden sogar aus 70 Kilometern Entfernung hierher gebracht, was ebenfalls hohe Kosten verursacht“, wird Rieker CEO Markus Rapp in einem rumänischen Medium zitiert. Die Betriebskosten seien in den vergangenen drei Monaten um 35% gestiegen.

Der Anteil der Fertigung in Rumänien hatte in den letzten Jahren einen immer geringeren Anteil an der Gesamtproduktion des Rieker-Konzerns. Die nun aufgegebenen Kapazitäten sollen auf die bestehenden Werke in Tunesien, Marokko und Vietnam verteilt werden. Man werde keinen neuen Standort anstelle von Rumänien eröffnen, heißt es weiter in der Unternehmensmitteilung von Rieker. 

Helge Neumann / 15.02.2019 - 13:17 Uhr

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