Blackstone

Rolf Winterle tritt ab

Zum Jahreswechsel verabschiedet sich Rolf Winterle in den Ruhestand. Mit schuhkurier sprach der Handelsvertreter über seine Nachfolge.

Herr Winterle, Sie ziehen sich zum Jahreswechsel zurück: Wie ist Ihre Nachfolge geregelt?

Ab Januar übernimmt mein Schwiegersohn Alexander Müller meine Handelsvertretung. Nach seiner Ausbildung im Einzelhandel im hochwertigen HAKA-Bereich hat er erfolgreich ein Studium an der LDT Nagold absolviert. Anschließend setzte er seinen beruflichen Werdegang im Retail in leitender Position zunächst bei Puma und dann bei Tommy Hilfiger fort. Danach ging er in den Outdoorbereich zur Mammut Sports Group, wo er zunächst die Verantwortung für zwei Vertriebsgebiete übernahm und dann die letzten drei Jahre als Key
Account Manager für stationäre Geschäfte wie z.B. Sporthaus Schuster und Breuninger, aber auch für wichtige Onliner wie Bergfreunde und Zalando zuständig war.

Welche Marken wird Ihr Schwiegersohn künftig vertreten und welche Potenziale sehen Sie für diese Brands?

Alexander wird die Firma Blackstone J.A. de Bruijn mit der Marke Blackstone und die Dema srl mit den Marken Manila und Gianni de Simone übernehmen. Es handelt sich bei beiden Firmen um Anbieter aus dem höheren Preissegment. Die Firma Dema habe ich nun seit 15 Jahren im Portfolio und sehe für dieses Unternehmen eine gute Zukunft, denn die Ware wird zu 100% in Italien bei Neapel hergestellt und die Mokassins haben eine hervorragende Qualität und ein eigenständiges Design. Blackstone habe ich 2011 übernommen und über einen selektiven Vertrieb im guten Fachhandel eingeführt. Den Charakter von Blackstone machen unter anderem die tollen Materialin aus, ob das ein spezielles Pull-up Leder ist oder ein Neuseeland-Lammfell. Der Wiedererkennungswert des Designs ist auch hier sehr hoch.

Sie haben das Branchengeschehen in den vergangenen Jahrzehnten unmittelbar begleitet. Was waren die massivsten Veränderungen?

Die Branche hat sich natürlich sehr verändert. Gab es früher fast in jeder kleineren Stadt und auch auf dem Dorf noch ein Schuhgeschäft, findet man diese praktisch nicht mehr. Der Inhaber oder Einkäufer hat früher außerdem meist einfach aus dem Bauch heraus eingekauft, heute sind Listen fast nicht mehr wegzudenken. Allerdings gibt auch jetzt noch ein paar wenige Händler, die sich auf ihr Gefühl verlassen – und erfolgreich sind!

Ist das Klima für Handelsvertreter rauer geworden?

Da es weniger Kunden gibt, sind diese auch sehr hart umkämpft.  Als Handelsvertreter braucht man ein gutes Produkt, um damit punkten zu können. Meines Erachtens ist es zudem entscheidend, seinen Job ordentlich und gewissenhaft zu machen. Meine Devise war immer, dem Kunden schnell und unkompliziert bei Fragen oder Reklamationen weiterzuhelfen. 

Worauf haben Sie in der Zusammenarbeit mit Marken stets besonderen Wert gelegt?

Dass ich meinen Stil nicht verbiegen muss. Ich habe immer ein Produkt gebraucht, hinter dem ich voll stehe und von dem ich überzeugt bin. Ebenfalls war es für mich wichtig, dass ich eigenständig entscheiden konnte, an wen ich  Schuhe verkaufe.

Bleibt der Vertrieb ein ’People-Business‘?

Ja. Ich bin überzeugt, dass der Vertrieb bei hochwertigen und beratungsintensiven Produkten weiterhin ein ’People-Business‘ bleiben wird. Bei Massenware kann das anders sein.

Was werden Sie vermissen? 

Sicher werde ich gerne an liebe und nette Kunden zurückdenken, die ich immer wieder gerne getroffen habe. Und an tolle Fabrikanten, die fair und innovativ waren. Jede Saison wieder bei Null zu beginnen und zu kämpfen, das war immer eine große Herausforderung.

...und was nicht?

Das Warten auf Messen, die zunehmenden Verkehrsprobleme und den Druck, den ich mir immer selbst aufgebaut habe. Daran werde ich dann von meinem nächsten Berggipfel aus lächelnd zurückdenken und mich freuen, dass ich auch noch andere Ziele habe.

Helge Neumann / 21.11.2017 - 09:21 Uhr

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