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Schuhhandel erzielt Umsatzplus im ersten Halbjahr 2019

Brigitte Wischnewski, Präsidentin BDSE (Foto: Redaktion)
Brigitte Wischnewski, Präsidentin BDSE (Foto: Redaktion)

Der Schuhhandel hat im ersten Halbjahr 2019 ein Plus von 2,5% erzielt. Das teilte der BDSE Handelsverband Schuhe anlässlich der Gallery Shoes in Düsseldorf mit.

BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski blickte in den ersten Monaten 2019 weniger sorgenvoll in den Himmel als im Vorjahr. „Anders als im vergangenen Jahr, als das Frühjahrsgeschäft praktisch ausfiel, kann das Wetter in diesem Jahr bislang als saisongerecht bezeichnet werden“, sagte sie anlässlich der traditionellen Pressekonferenz im Rahmen der Gallery Shoes in Düsseldorf. „Der jahreszeitlich angemessene Witterungsverlauf trug sicher seinen Teil dazu bei, dass der Schuhfachhandel im ersten Halbjahr ein kleines Umsatzplus erzielen konnte. Damit gelang es, die Umsatzdelle aus dem Vorjahr wieder auszugleichen.“

Nach Berechnungen des BDSE erreichten die stationären Schuhgeschäfte in den ersten sechs Monaten ein Umsatzvolumen von 3,5 Mrd. Euro. Unter Berücksichtigung auch der übrigen Vertriebsformen, die ebenfalls Schuhe im Sortiment führen – wie Warenhäuser, (Online-)Versender oder der Modehandel –, dürfte der Gesamtumsatz mit Schuhen im ersten Halbjahr 5,6 Mrd. Euro betragen haben.

Schuhhandel: Multichannel bringt Vorteile

Schuhhäuser, die zusätzlich zum Angebot in ihren Geschäften auch Ware über das Internet verkaufen, schnitten dabei besser ab als ihre rein stationären Mitbewerber, so die Handelsexpertin weiter. „Allerdings registrieren viele der so gennanten Multichannel-Händler, dass ihre Online-Umsätze nicht immer auch rentable Umsätze sind.“ Der Wettbewerb im Netz sei intensiv, und hohe Retourenquoten nagten oftmals an den Roherträgen ihres digitalen Vertriebskanals. Die Konsequenz: „So mancher Fachhändler hat sich daher zwischenzeitlich wieder aus dem E-Commerce verabschiedet, zumal bei kleineren Unternehmen häufig die Kraft für ein erfolgreiches zweigleisiges Geschäftsmodell mit eigenem Web-Shop fehlt. Andere Schuhhändler dagegen betrachten den Online-Vertrieb als wichtiges zukünftiges Standbein und bauen diesen Absatzkanal konsequent weiter aus. Hier sind die größeren Anbieter im Vorteil, können sie doch die hohen Investitionen in die Entwicklung leistungsfähiger Omnichannel-Lösungen leichter stemmen. Schuhfilialisten wie Deichmann und Görtz weisen denn auch nach wie vor zweistellige Wachstums- raten in ihrem Online-Vertriebskanal aus.“ Kleinere Schuhgeschäfte nutzen heute vielfach den Verkauf über digitale Marktplätze.

Online-Handel mit leichtem Aufwind 

Unternehmen mit Schwerpunkt im Internet-Handel seien im Schuhmarkt im ersten Halbjahr 2019 erneut gewachsen. Nach Schätzungen des BDSE betrug das Plus etwa 5 Prozent.  Der gesamte Online-Umsatz an Schuhen – von Pure Playern und Multichannel-Händlern – dürfte derzeit gut 22 Prozent betragen. 
Die Verschiebung der Marktanteile zugunsten des reinen Internet-Handels belaste zunehmend die innerstädtischen Einkaufslagen. So führt das Online-Shopping zu rückläufigen Kundenbesuchen in den Innenstädten, wodurch vielerorts das stationäre Business unter Druck gerät.

Sinkende Zahl an Schuhgeschäften

Nach Schätzungen des BDSE sind aktuell rund 3.600 Schuhhandels-Unternehmen mit insgesamt ca. 10.000 Standorten bzw. Filialen im Markt aktiv. Blieb früher die Zahl der Standorte aufgrund der Expansion von Filialisten recht stabil, verzeichnet das Statistische Bundesamt seit 2016 auch bei den örtlichen Verkaufsstellen eine rückläufige Entwicklung. Bei schwächelnden Leistungskennzahlen im stationären Bereich müssten die Schuhfilialisten ihre einzelnen Niederlassungen stärker im Blick behalten, was in den vergangenen Jahren bei auslaufenden Mietverträgen zu der ein oder anderen Standortschließung führte. 

Zuversichtlich für das zweite Halbjahr 

Für die zweite Jahreshälfte ist der BDSE zuversichtlich. In den ersten sieben Monaten konnten die Umsatzverluste des insgesamt schwachen Vorjahres ausgeglichen werden. Bei nicht ganz so hochsommerlichen Temperaturen im August lief zudem das Herbstgeschäft ordentlich an. Sollte das Wetter mitspielen und in den Herbst- und Wintermonaten einen „normalen“ saisonalen Verlauf zeigen, könnte der Schuheinzelhandel das aufgelaufene Umsatzplus bis Jahresende halten, vielleicht sogar noch ausbauen.
 

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Tobias Kurtz / 02.09.2019 - 13:11 Uhr

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