BDSE

Schuhhandel: Kundenansprache muss gezielter erfolgen

Der Schuhhandel in Deutschland hat bei der differenzierten Kundenansprache noch Ausbaupotenzial. Das hat eine Befragung des BDSE in der Schuh- und Modebranche bestätigt.

In den meisten Innenstädten in Deutschland leiden nach wie vor die Besucherfrequenzen. Mit der Folge, dass in zahlreichen Klein- und Mittelstädten die Fachgeschäfte schließen und die betroffenen Einkaufsstandorte an Attraktivität verlieren. Vor diesem Hintergrund gewinnen unter anderem die Themen Kundenansprache, Kundenbindung und Frequenzerhöhung im eigenen Geschäfte massiv an Bedeutung, heißt es von Seiten des Bundesverbands des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE).

Dem Schuhhandelsverband zufolge stellen zahlreiche Schuhhändler fest, dass sie zwar viele Kundendaten sammeln, aber bei weitem nicht so erfassen, auswerten und einsetzen, wie sie das eigentlich wollen oder künftig brauchen. 

Mittlere und große Fashion-Retailer beschäftigen sich laut dem BDSE aktuell intensiv mit dem Aufbau leistungsfähiger Systeme, die eine effiziente und zeitgemäße Steuerung ihrer Kundenbeziehungen erlauben. Die großen Multichannel-Händler und Pure Player arbeiten mit Hochdruck an der Integration von Künstlicher Intelligenz, um einem Kunden werblich möglichst das anzubieten, was ihn gerade mit hoher Wahrscheinlichkeit interessieren dürfte. Kleine Fachgeschäfte kennen zwar oft ihre Kunden persönlich, das reiche allerdings oft nicht aus. 

Benötigt werden nach Ansicht des BDSE Informationen darüber, welche Marken Kunden kaufen, wann sie kaufen, zu welchen Preisen und wieviel sie kaufen und wie häufig sie ein Geschäft aufsuchen. Aber auch die Frage nach der Werthaltigkeit von Kunden (Umsatz, Deckungsbeitrag, Lebenszyklus), wie sie kommunizieren, welche Kommunikationserwartungen sie an das eigene Unternehmen haben und wie loyal sie sind, spielen eine zunehmende Rolle für die Kundenansprache im Marketing von Schuhfachgeschäften. Denn Inhalt, Taktung, Timing und Budget sollten zielgruppenbezogen ausfallen, damit die Werbebotschaften den gewünschten Erfolg bringen, nicht im Sande verlaufen und notwendige Zusatzumsätze generieren.

Eine Befragung des BDSE in der Schuh- und Modebranche hat gezeigt, dass der Schuhhandel – auch im Vergleich mit dem Bekleidungshandel – bei der differenzierten Kundenansprache noch Ausbaupotenzial habe: Nur jeweils etwa sechs von zehn der befragten Unternehmen arbeiten mit demografischen Daten oder der Kaufhistorie von Kunden, nur gut die Hälfte realisiere eine stilgruppenbezogene werbliche Ansprache der Kunden oder habe spezielle Loyalty-Programme für ihre besten Kunden.

Michael Frantze / 20.12.2018 - 14:49 Uhr

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