Messen

Sechs Fragen an Micam-Chef Siro Badon

Siro Badon (Foto: Assocalzaturifici)
Siro Badon (Foto: Assocalzaturifici)

schuhkurier fragte Siro Badon, Präsident des italienischen Schuhverbands Assocalzaturifici und damit Ausrichter der Micam, nach einem Fazit der letzten Messe sowie nach einem ausführlichen Ausblick in die Zukunft.

Wie fällt Ihr Fazit zur letzten Micam im September aus?

Wir sind stolz auf den Erfolg der 88. Micam, die ihren Status als weltweit wichtigste Schuhmesse bestätigte: 44.076 Fachbesucher, von denen 60% aus dem Ausland stammten, besuchten die Messe, etwas mehr als in der vorherigen Ausgabe.

Unter den internationalen Besuchern erzielten China und Hongkong besonders positive Ergebnisse, unter anderem aufgrund der Tatsache, dass Messedaten nicht mit den chinesischen Feiertagen übereinstimmten. Die traditionellen europäischen Märkte behaupteten sich, während die Besucherzahlen aus Russland (-12,85%) und der Ukraine (-8,68%) leider zweistellig zurückgingen.

Unser Verband wird die Messe auf internationaler Ebene weiter fördern, da sie von strategischer Bedeutung für unsere Mitgliedsunternehmen ist. In den Märkten, die das größte Potenzial für die Entwicklung des Schuhgeschäfts bieten, werden wir unsere Anstrengungen intensivieren.

Was sind Ihre Ideen für die nächste Micam?

Die wichtigste Neuerung im nächsten Micam wird die Präsentation von Micam „X“ sein. Dieses neue Format präsentiert die „Evolution der Schuhe“, neue Materialien und revolutionäre Trends, Nachhaltigkeit und neue Wege im Einzelhandel in Form von Präsentationen, Workshops, speziellen Installationen und anderen Initiativen. Dieses Event soll einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum der Schuhbranche leisten.

Nach dem Teaser im Februar feiert Micam „X“ im September 2020 sein offizielles Debüt mit einem noch umfangreicheren und attraktiveren Veranstaltungskalender. Wir werden auch den im September begonnenen Prozess mit dem Players 'District fortsetzen, um die Welt der Sport- und Outdoor-Schuhe bekannter zu machen und die für diese Produkte charakteristische Subkultur darzustellen.

Es wird darüber hinaus viele junge Designer und ein umfangreiches Programm geben. Ein Fokus auf neue Stilrichtungen mit speziellen Trainingseinheiten rundet den Vorschlag ab.

Gibt es neue Konzepte, die in Zukunft eingeführt werden sollen, z. für Kinder- oder Komfortschuhe?

Es gibt immer noch viele Nischenmärkte in der Schuhbranche, die das Potenzial haben, auf der Messe zu strategischen Entwicklungsbereichen zu werden.
Für die nächste Ausgabe entwickeln wir neue Kooperationen, um das Angebot der Kids- und Komfortbranche zu erhöhen und auf diese Weise die Aufmerksamkeit der Käufer dieser Segmente immer mehr auf sich zu ziehen.

Wie wird die Micam mit dem wachsenden Interesse an Nachhaltigkeit und den wachsenden Marktpotentialen in diesem Bereich umgehen?

Wie ich in meiner vorherigen Antwort bereits erwähnt habe, werden wir im neuen Micam „X“-Bereich eine Reihe von Schulungs- und Informationsinitiativen zum Thema Nachhaltigkeit durchführen. Generell ist Nachhaltigkeit einer der wichtigsten Aspekte der heutigen Entwicklung der Schuhindustrie: Es sind die Verbraucher selbst, die Produkte fordern, bei denen der gesamte Produktionszyklus – vom Material bis zu den Arbeitsbedingungen – die Kriterien der Nachhaltigkeit einhält. Die Unternehmen entwickeln zunehmend ein Bewusstsein für diese Themen und treffen immer häufiger Entscheidungen unter diesen Gesichtspunkten.

Gegenwärtig wird das Konzept, Messen zu veranstalten und zu besuchen, in der Schuh- und Modebranche allgemein angezweifelt. Was ist Ihre Antwort auf diese Zweifel?

Messen im Allgemeinen bieten einen sehr ausdrucksstarken Überblick über das, was der Markt in einer bestimmten Branche zu bieten hat, und dies gilt auch für Mode und Accessoires. Es ist wichtig, den Besuchern mehr als nur ausgestellte Produkte und Unternehmen zu bieten. Der Face-to-Face-Kontakt muss in die Mitte aller Geschäftsdynamiken rücken. Wir müssen ein einzigartiges Erlebnis schaffen, das die Besucher emotional einbezieht und sicherstellt, dass sie wiederkommen. Es gibt eine Reihe erfolgreicher Fallbeispiele von Messen im Modesystem in Italien und im Ausland, von denen wir uns inspirieren lassen.

Wie kann die Micam die meistbesuchte europäische Schuhmesse bleiben, insbesondere für internationale, nicht-europäische Besucher?

Natürlich sind wir aus vielen Gründen führend auf unserem Gebiet: Der erste Schlüssel zu unserem Erfolg sind zweifellos unsere Mitgliedsunternehmen, die Saison für Saison hart arbeiten, um Kollektionen zu präsentieren, die stets innovativ und von höchster Qualität sind und die Anforderungen internationalen Käufer erfüllen.

Die besten Schuhhersteller kommen zu uns, um den Raum und die Sichtbarkeit zu finden, die sie verdienen. Darüber hinaus sind die laufenden Aktionen von Assocalzaturifici, die auf internationale Märkte abzielen, und die Aufklärungskampagnen für Käufer in Zusammenarbeit mit ITA-ICE von großer Bedeutung: Durch Veranstaltungen im Ausland können wir die Aufmerksamkeit de Käufer auf uns ziehen und seine Geschäftsbeziehung mit den Schuhunternehmen festigen.

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Mara Mechmann / 19.11.2019 - 10:00 Uhr

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