EHI-Befragung

So sehen Shopping-Center-Manager ihre Zukunft

Die klassischen Ankermieter der Shopping-Center u.a aus den Bereichen Schuhe, Accessoires und Bekleidung werden künftig weniger Mietfläche einnehmen, sind die Shopping-Center-Manager überzeugt. (Grafik: EHI)
Die klassischen Ankermieter der Shopping-Center u.a aus den Bereichen Schuhe, Accessoires und Bekleidung werden künftig weniger Mietfläche einnehmen, sind die Shopping-Center-Manager überzeugt. (Grafik: EHI)

Die klassischen Ankermieter in Shopping-Centern verlieren an Bedeutung, Gastro-Konzepte gewinnen weiter an Fläche. So lautet ein Ergebnis der Studie ’Center-Management im Fokus‘ von EHI und dem German Council of Shopping Centers.

In deutschen Shopping-Centern können Besucher einkaufen, arbeiten, wohnen oder zum Arzt gehen. Besonders in den letzten Jahren haben sich viele Shopping-Center zu mischgenutzten Quartieren entwickelt, teilt das EHI Retail Institute mit. Gemeinsam mit dem German Council of Shopping Centers erstellte es die Studie ’Center-Management im Fokus‘. Dabei wurde der Blick des Center-Managements auf das eigene Center und die Branche untersucht.
Die Ergebnisse: Der Handel teilt sich die Mietflächen in Shopping-Centern häufig mit anderen Branchen. So ist fast jedes zweite Shopping-Center auch Bürostandort. Mit 41% ist auch die Gesundheitsbranche oft vertreten. Ebenso sind Freizeitangebote in den Centern, die sich immer mehr zu Treffpunkten mit Erlebnischarakter entwickeln, beliebt. So ist die Freizeit- und Entertainment-Branche in gut einem Drittel der Center vertreten. Mischnutzungen mit Wohnungen (16%) und Hotels (6%) sind dagegen seltener.

Der Anteil der Gastronomie an der Mietfläche der Center wird nach Meinung von 81 Prozent der Befragten in den nächsten fünf Jahren wachsen. Auch der Anteil an Dienstleistern und der der Entertainmentbranche wird mehr werden, prognostizieren 71 Prozent. Der Mietflächenanteil der Branche Hobby & Freizeit wird laut gut der Hälfte (54%) steigen.

Shopping-Center: Kein Wachstum bei Schuhen und Accessoires

Die klassischen Ankermieter aus den Bereichen Schuhe, Accessoires, Bekleidung sowie Unterhaltungselektronik & Telekommunikation werden in Zukunft hingegen deutlich weniger Mietfläche einnehmen. Die Bekleidungsbranche wird nach Meinung von 73% weniger Fläche einnehmen. Im Bereich Unterhaltungselektronik & Telekommunikation rechnen knapp zwei Drittel mit weniger Mietfläche in den Centern. Bei Schuhen & Accessoires rechnet jeder zweite mit einem Rückgang. Mit einem Wachstum rechnet bei allen drei genannten Branchen kaum jemand.   

Um die Center zukunftsfähig gestalten zu können, sind die Betreibergesellschaften auf die Kooperation mit Mietern, Investoren und Kommunen angewiesen. Laut Meinung von 78% der Centermanager besteht auf Seiten der Kommunen ein hoher bis sehr hoher Handlungsbedarf. Dabei stehen vor allem die Themen (Bau-)Recht sowie Stadtmarketing im Vordergrund. Von den Mietern, bei denen 76% einen hohen bis sehr hohen Handlungsbedarf sehen, wünschen sich die Befragten in erster Linie eine stärkere lokale Beteiligung beim Centermarketing und in der Werbegemeinschaft. Auch mehr Eigeninitiative und eigene Aktionen der Stores seien hier wünschenswert. Gut die Hälfte sieht bei den Investoren einen hohen bis sehr hohen Handlungsbedarf. Vor allem mehr Mut zum Ausprobieren und zum Risiko wünschen sich die Befragten.

Von den 483 Shopping-Centern in Deutschland haben 140 teilgenommen (29%). Drei Viertel davon waren Betreiber von klassischen Shopping-Centern und Shopping-Quartieren, ein Fünftel Fachmarkt-Center. Darunter waren viele große Center – fast 40 Prozent haben eine Mietfläche von mehr als 30.000 qm.

Tobias Kurtz / 19.06.2019 - 16:27 Uhr

Weitere Nachrichten

ECE-Center Loom in Bielefeld (Foto: ECE)

Mietvertragskonditionen sind in Bewegung

Schuhhandel

Einzelhandelsmietverträge haben sich in einigen Punkten, wie Laufzeiten und Mieten, innerhalb des letzten Jahres zugunsten der Händler entwickelt. Das zeigt die neue EHI-Studie „Expansionstrends 2019“, die in Kooperation mit der Hahn Gruppe durchgeführt wurde.

Das Zumnorde-Stammhaus in Münster erstrahlt in neuem Glanz. (Foto: Zumnorde)

Handel investiert Millionen in Ladenbau

Schuhhandel

Die Investitionsbereitschaft des Handels in das Erscheinungsbild und die technische Ausstattung seiner Geschäfte ist weiterhin auf einem hohen Niveau. Das geht aus der EHI-Studie „Ladenmonitor 2020“ hervor.