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Spitzenmieten im Einzelhandel bleiben stabil

Shoppen in Deutschlands Einkaufsstraßen (Foto: Pixabay)
Shoppen in Deutschlands Einkaufsstraßen (Foto: Pixabay)

Der Vermietungsmarkt für Einzelhandelsflächen habe im dritten Quartal deutlich Fahrt aufgenommen, berichtet der Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle (JLL).

Nach Angaben von JLL haben sich die sogenannten Big 10-Städte, darunter Berlin, Frankfurt, München und Hamburg, auf dem Vermietungsmarkt für Einzelhandelsimmobilien wieder an die Dominanz früherer Tage herangekämpft. Nach einem eher zurückhaltenden Start ins laufende Jahr haben sie ihren Anteil am Gesamtflächenvolumen nach drei Quartalen mit 161.300 qm auf 45% gesteigert – allein im dritten Quartal lag der Anteil bei 54%. Damit haben die Big 10 das Vorjahresergebnis bereits jetzt um rund ein Drittel übertroffen.

Der gesamte Markt zeigt sich laut JLL derweil weiter ausgesprochen konstant, steigerte sich mit 121.700 qm jeweils knapp gegenüber den beiden Vorgängerquartalen und verzeichnet vor dem Schlussquartal zusammengenommen 360.000 qm bei rund 800 Abschlüssen. Das entspricht einem Plus von 5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

„Hält diese Konstanz an und der Markt kommt auf 480.000 qm, hätte er wieder das Niveau des Jahres 2016 erreicht und sich erstmals in den vergangenen vier Jahren wieder im Jahresvergleich gesteigert“, sagt Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany.

Die langfristige Rückkehr zu deutlich mehr als 500.000 qm Vermietungsumsatz pro Jahr erscheint dennoch unwahrscheinlich. Das unterstreicht die von JLL neu erhobenen Verfügbarkeitsquote für neun deutsche Metropolen. Diese zeigt, welche Einzelhandelsflächen dem Markt tatsächlich zur Verfügung stehen. Untersucht wurden 2.250 Ladenlokale in ausgewählten 1a-Lagen mit einer Verkaufsfläche von rund 2 Mio. qm. Das Resultat: Aktuell stehen für 149.600 qm bzw. 252 Ladenlokale die zukünftigen Mieter noch nicht fest.

Vermietungsmarkt für Einzelhandelsflächen fokussiert sich auf Big 10

Begehrtester Markt ist JLL zufolge erneut München mit einer Quote von 2% verfügbarer Fläche, lediglich 14 der 284 untersuchten Ladenlokale wurden als verfügbar gemeldet. Köln hat mit 9% verfügbarer Fläche eine der höchsten Quoten. Für 23 Läden muss noch ein Mieter gefunden werden, was 15% entspricht und Spitzenwert der Big 9 ist. Hier hat sich der Wert allerdings im Vergleich zur vorherigen Messung von mehr als 18% deutlich verbessert.

Das spiegelt sich auch bei den Vermietungsumsätzen der Big 10 wider, wo Köln mit 30.400 qm in den ersten drei Quartalen 2018 direkt hinter Spitzenreiter Berlin mit 34.800 qm rangiert und seinen Schnitt der vergangenen fünf Jahre schon um mehr als die Hälfte übertroffen hat. Erst mit einigem Abstand folgt der rheinische Rivale Düsseldorf mit 18.800 qm vor Leipzig 17.600 qm und Stuttgart mit 14.800 qm. Erst dann reihen sich die beiden Millionenstädte Hamburg (14.200 qm) und München ein (13.100 qm), ehe Frankfurt (11.500 qm), Hannover (3.700 qm) und Nürnberg (2.400 qm) das Feld komplettieren. Im Vergleich zum Vorjahr konnten sich damit fast alle Städte, teils deutlich, verbessern.
Im Branchenvergleich setzt sich nach Angaben JLL der Trend fort, dass Textilhändler ihre einstige Dominanz schrittweise abgeben: Wurden in dem Segment vor fünf Jahren durchschnittlich 45.000 qm pro Quartal umgesetzt, liegt der aktuelle Wert nur noch bei 30.000 qm.

Spitzenmieten im Einzelhandel der Big 10 bleiben stabil

Während die Spitzenmieten in den 175 beobachteten Einzelhandelsstandorten außerhalb der Big 10 im Schnitt um vier Prozent zurückging, blieb sie in den zehn größten Metropolen weitgehend stabil – nur Hannovers Georgstraße gab um drei Prozent nach. „In fast allen Standorten wirkt sich die zurückgegangene Nachfrage und der geringere Flächenbedarf vieler Händler mit Omni-Channel-Strategien aus. Das bietet aber auch Chancen für innovative Konzepte oder kleinere Händler, die sich bislang nicht gegen große Ketten durchsetzen konnten“, analysiert Dirk Wichner.

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Michael Frantze / 22.10.2018 - 12:14 Uhr

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