Konsumentenverhalten in Deutschland

StrongPoint-Studie: Sind Sie ein Showroomer-Typ?

Eine Umfrage des norwegischen Tech-Unternehmens StrongPoint hat die Einkaufsgewohnheiten und -bedürfnisse der Deutschen unter die Lupe genommen. Demnach tendieren die deutschen Konsumenten zum Showrooming.

Ein Showroomer gehört laut StrongPoint zu der Käufergruppe, die im stationären Handel eine Vorauswahl trifft und die Produkte vor Ort prüft, aber sie nicht im Laden kauft. Er geht nach Hause, sucht im Internet nach dem besten Preis und erwirbt das Produkt seiner Wahl online. Er wolle zwar noch sicherstellen, das beste Produkt zu kaufen, aber will dafür lediglich den bestmöglichen, sprich günstigsten Preis zahlen. Ein Ladengeschäft habe für den Showroomer also nur noch die Funktion einer Art Ausstellungsfläche für Online-Shops.

 

Privat und sicher shoppen

 

Von zentraler Bedeutung für das Shopping seien den Deutschen der Schutz der Privatsphäre und die Sicherheit. Davon ist Jürgen Lutz, Country Manager DACH der StrongPoint GmbH, überzeugt: „Genau deswegen bevorzugen die Deutschen auch weiterhin Barzahlung. Deutsche prüfen ihre Einkäufe eingehend, bevor sie sie kaufen. Daher sind sie eigentlich eher der Showroomer-Typ.“ Das bestätigen auch unabhängige Studien: Einer im Jahr 2015 in zehn Ländern, darunter Deutschland, durchgeführten Studie zufolge untersuchen 65% der 22- bis 65-Jährigen die gewünschten Gegenstände im Laden, bevor sie sie online kaufen. In der Gruppe der 16- bis 21-Jährigen sind hingegen nur noch 41% Showroomer. Jürgen Lutz bekräftigt, dass dieses Verfahren ein günstigerer Weg sowohl für Ladenbetreiber als auch für Kunden ist, die sich hochwertige Produkte wünschen und keine Zeit mit dem Bestellen und Zurücksenden von Waren verschwenden wollen, die ihnen nicht gefallen.

Das sich ändernde Kaufverhalten werde nach Ansicht von StrongPoint zunehmend zu einer großen Herausforderung für Ladenbetreiber. Der Handelssektor setzt längst innovative IT-Technologien ein, die der Kunde indes nur selten in den Läden wahrnimmt. „Da die Käufer in Deutschland verstärkt zum Showrooming tendieren, sollten Händler Lösungen einsetzen, die das Shopping-Erlebnis verbessern und die Verkäufe in den Ladengeschäften nicht sinken lassen“, ergänzt Jürgen Lutz.

 

Automatisierung und nahtloses Einkaufen

 

Der stationäre Handel investiert verstärkt in E-Commerce-Lösungen. Bei den Investitionen sollten Einzelhändler allerdings über die Automatisierung von Liefersystemen nachdenken, um die Prozesse zu beschleunigen, empfehlen die Experten von StrongPoint. Im Trend liege dabei das nahtlose Einkaufen über verschiedene Kanäle. So komme zum Beispiel Click & Collect, also das Online-Bestellen und Abholen der Ware im Ladengeschäft, bei Kunden und Händlern bereits gut an. Auf dem mobilen Endgerät oder am PC benachrichtigt, kann der Kunde nach seiner individuellen Zeitplanung das Paket abholen. Click & Collect-Kunden geben an, dass sie auf diese Weise mindestens eine Stunde beim Einkauf einsparen.

Michael Frantze / 24.10.2017 - 13:26 Uhr

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