I love shoes

Style-Check: Frauenmode im Wandel der Zeit

In Sachen Mode befindet sich eine Sparte auf der Überholspur: Street- und Urbanwear hat sich als fester Bestandteil aktueller Trend-Styles etabliert.

Mit dem allumfassenden Sneaker-Hype schwappte auch ein besonders lässiger Style auf die Straßen der Großstädte und besonders in die Kleiderschränke der Frauenwelt. Hoodies, Sweatshirts mit Statement-Drucken, bunte Knallfarben kombiniert zur Retro-Levis-Shorts oder der weiten distressed Mom-Jeans – das ist der Flow der Jugend-Kultur und längst nicht mehr ausschließlicher All-Time-Favourite junger Trendsetter. Die Mode hat sich tiefgreifend gewandelt – und das in allen Altersschichten. Weg von den mörderischen High-Heels, die zum klassisch-schicken Mini-Dress getragen werden, hin zum bequemen Look, der Tragekomfort und jede Menge Coolness verspricht. Das Frauenbild hat sich verändert und mit ihm die Damenmode.

I love shoes hat sich die schleichende Entwicklung vom aktuellen Lässig-Look angeschaut und entdeckt, dass in den weniger femininen, dafür aber umso progressiveren Styles eine stumme Gesellschaftskritik mitschwingt.

 

Es war einmal...

 

Eine Zeit, in der Frauen typischerweise ausschließlich im Trenchcoat, eng anliegendem Mini-Dress und auf hohen Absätzen die Straße betraten. Es war die Zeit, in der Weiblichkeit besonders groß geschrieben wurde, die Zeit von Eyeliner und roten Lippen und die Zeit der perfekt eingedrehten Locken. Frauen sollten in den 50er-Jahren sexy sein und ihre Vorzüge mit ihrer Bekleidung unterstreichen, hervorheben. Die Modevorbilder dieser Epoche: Marilyn Monroe und ihre platinblonde Mähne oder die sexy Französin Brigitte Bardot, die ohne Kussmund und verrucht geschminkte Augen nicht Brigitte Bardot gewesen wäre. Ein Phänomen des Kriegsendes, das den Wunsch nach mehr Weiblichkeit, zum Hut passenden Handschuhen und Pfennigabsätzen weckte. Und so ging es im darauffolgenden Jahrzehnt weiter, denn neben einer burschikos gestylten, rebellierenden, weiblichen Subkultur, traten die Mehrzahl der Frauen weiterhin figurbetont und sexy auf. Das Mieder wurde zum ständigen Begleiter. Doch dann: Der Umbruch. Emanzipationsbewegungen sorgten für ein mutiges Abstreifen des Korsetts und das neue, zukunftsorientierte Denken öffnete sportiven Marken Tür und Tor zur weiblichen Modewelt. Mode wurde nicht mehr zur optischen Geschlechtertrennung genutzt, sondern zu einem selbstbewussten Statement, zur visuellen Gesellschaftskritik. Haute Couture und ihre starren Schnitte und Silhouetten wurden mehr und mehr abgelehnt, ein figurbetontes, unbequemes Outfit strikt verneint.

 

Es wurde bunter...

 

Und damit auch lässiger. Nach der Flower-Power-Zeit der 70er-Jahre, die von wallenden Maxi-Kleidern, langen Blumen-Röcken und weiten Häkelshirts geprägt war, ging es weiter mit dem lauten Techno-Style der 80er- und 90er-Jahre. Joggpants, glänzende Materialien in metallischen Farben und Netzstoffe prägten die Modelandschaft – und das nicht nur innerhalb jugendlicher Kreise. Hauptsache bequem schien die Devise und auch wenn die damaligen Looks heute als ein riesengroßer Mode-Fauxpas betrachtet werden, hat sich der Leitgedanke doch kaum gewandelt. Frauen haben sich (auch modisch) von  ihrer geschlechterspezifischen Zuschreibung weit entfernt. Zweifache, alleinerziehende Mutter und eine leitende Position in einem Riesenunternehmen? Früher wäre bereits der letzte Teil undenkbar gewesen, heute gehört es zum selbstbewussten Beat der kreativen, leistungsfähigen Frauenwelt. Auch, wenn es immer noch ein schwieriger Balance-Akt ist.

 

Die Frauen wollen (nicht) mehr!

 

Sexy sein, ihre Taillen schmaler schnüren und Hautfalten in den Reißverschlüssen knallenger Pencil-Skirts einklemmen. Zwar gibt es auch heute noch Cropped-Tops und Hot Pants, aber auch diese Modelle sind von neuer Weite, verschleierndem Volumen und rebellischen Prints gekennzeichnet. Eine Marilyn Monroe in Mom-Jeans und XXL-Hoodie in Feuerrot auf dem Weg zum Kaffee-Klatsch? Kaum vorstellbar. Eine Ikone der Moderne, der aufgeklärten Frauenwelt, beispielsweise Sängerin Rihanna, mit lässigen Fell-Pool-Slides, Retro-Sporthose und bademantelähnlicher Jacke in den pulsierenden Straßen New Yorks? Wohl eher vorstellbar. Die Welt tickt schneller und mit ihr haben sich auch die Frauen verändert, vom klassischen Rollenbild sind sie oft heute meilenweit entfernt – zumindest in der privilegierten, westlichen Welt. Und die Distanz wächst weiter. Nicht nur in der Mode, sondern auch in der Lebenswelt.

Sarah Amadio / 21.07.2017 - 13:35 Uhr

Weitere Nachrichten

SABU Messe in Heilbronn. (Foto: SABU)

SABU platziert Hausmesse neu

Verbundgruppe in Heilbronn

Auf vielfachen Wunsch von Industrie und Handel hat die SABU Schuh- und Marketing GmbH ihre Messe „Trends & Fashion“ neu platziert. Ab Februar 2020 soll die Order- und Informationsveranstaltung am Freitag und Samstag im Redblue in Heilbronn stattfinden. Auch die weiteren Termine des SABU wurden jetzt kommuniziert.