’Swiss Made‘ als Erfolgsfaktor

Der Luftsohlen-Schuh Kyboot.
Der Luftsohlen-Schuh Kyboot.

Der MBT-Erfinder Karl Müller bringt dank modernster Roboter-Technologie die industrielle Schuhproduktion zurück in die Schweiz. Der Luftsohlen-Schuh Kyboot wird seit einem Jahr in Sennwald hergestellt.

Asien war für mich kein Thema, obwohl ich früher jahrelang in Asien gewohnt und produziert habe“, betont Karl Müller. „Für mich war von Anfang an klar, dass unser Unternehmen in der Schweiz produzieren würde.“ Dank modernster Roboter-Technologie bringt der Thurgauer Unternehmer und MBT-Erfinder die industrielle Schuhproduktion zurück in die Schweiz. Möglich geworden ist dies durch die von den beiden ETH-Ingenieuren Karl Müller und Markus Bartholet eigens entwickelten Hightech-Roboteranlagen. Vier Jahre dauerte die Entwicklungsphase für die neue Produktionstechnologie. Die Unternehmer investierten viel Zeit, Energie und mehrere Millionen Franken in die Entwicklung von Kyboot.

 

70 Prozent Wertschöpfung in der Schweiz

 

Für den Start von Kyboot wurde 2009 in der italienischen Schuh-Hochburg Montebelluna eine Schuhmanufaktur aufgebaut. Im April 2012 fand die Einweihung der High-Tech- und Manufaktur-Produktionsstrasse im schweizerischen Sennwald statt. Insgesamt beschäftigt Kybun heute rund 90 Mitarbeitende. Karl Müller ist vom Nutzen der Produktion in der Schweiz überzeugt: „Das Know-how bleibt in unseren Reihen und ist folglich schwer zu kopieren. Ausserdem erbringen wir Schweizer nach wie vor Spitzenleistungen in Präzision und Qualität. Und schliesslich wollen wir etwas Nachhaltiges für die nächsten Generationen hinterlassen und gute Arbeitsplätze schaffen“,
ergänzt Karl Müller. Er ist überzeugt: „Die Schweiz ist schon bald nicht mehr nur für ihre Schokolade, den Käse und die Uhrenindustrie bekannt, sondern auch als ’das Land, das die besten Schuhe baut.‘“

 

Dem Menschen dienen

 

Auf die Idee, eine Luftkissensohle zu entwickeln, kam Karl Müller im Jahre 2005. Es folgte eine Vielzahl an Prototypen- und Testmodellen, um die Luftsohle auszutüfteln. „Kyboot soll den Menschen bei Problemen am Bewegungsapparat, Rücken, den Hüften, Beinen oder Füssen helfen. Er ist mehr als ein Bequemschuh, und dient dazu, den Alltag bequemer zu gestalten“, erklärt Karl Müller.

Das Geheimnis von Kyboot liege in der weich-elastischen, circa vier Zentimeter dicken Luftsohle, die ein angenehmes Gehen verspricht. Gleichzeitig werde der Körper dadurch automatisch trainiert, die Haltung verbessert, und der Schuh wirke bei verschiedensten gesundheitlichen Problemen schmerzlindernd. „Die Sohle muss Millionen von verschiedenen Belastungen beim Gehen aushalten. Hinzu kommt, dass das weiche Material eine definierte Form aufweisen muss, der Schuh jedoch über keine Brandsohle verfügt. Zudem schreiben uns die Gesetze in der Schweiz vor, nur wasserbasierte Klebstoffe zu verwenden. Deshalb mussten wir eine eigene Sohlenproduktion entwickeln, um all diesen Ansprüchen gerecht zu werden“, schildert Karl Müller.

 

Keine explizite Wachstumsstrategie

 

Derzeit beläuft sich die Jahresproduktion auf 120.000 Modelle, die in 18 Ländern verkauft werden. In Deutschland sind die Schuhe in 13 Kyboot-Shops erhältlich, in der Schweiz in circa 200 Drogerien, Kyboot-Shops und Apotheken. Diese werden vom Kybun-Team, das auch aus Wissenschaftlern und Physiotherapeuten besteht,
unterstützt und geschult. „Wir wählen unsere Partner sorgfältig aus und streben bewusst eine enge Partnerschaft mit den Geschäften an“, so Karl Müller. „Wir verfolgen keine Wachstumsziele, sondern wollen in erster Linie dem Menschen dienen, also dem Endkunden wie auch unseren Mitarbeitern und Partnern.“ Trotzdem darf das Unternehmen auf ein konstantes Wachstum zurückblicken, obwohl es nicht als explizites Ziel vorgegeben ist. Karl Müller rechnet damit, dass der Exportanteil von Kyboot schon nächstes Jahr grösser sein wird als der Schweizer Umsatz.               

www.kybun.com

Michael Frantze / 12.08.2013 - 15:40 Uhr

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