Raumwirkung

Trends im Store Design

Welche Trends haben im Store-Design die Nase vorn? Das Architekturbüro Schwitzke & Partner gibt einen Überblick. (Foto: Unsplash)
Welche Trends haben im Store-Design die Nase vorn? Das Architekturbüro Schwitzke & Partner gibt einen Überblick. (Foto: Unsplash)

Konsequenz ist das aktuelle Schlüsselwort, wenn es um das Interieur-Design von Stores geht. Tina Jokisch, Geschäftsführerin des Architektur- und Design-Büros Schwitzke & Partner, erklärt die neuen Interieur-Trends.

In einem guten Store trifft die Raumwirkung auf eine gezielte Produktdarstellung. Interieur-Pieces sind zwar immer der Funktionalität untergeordnet – dennoch kann der Store mit einigen Tipps und Tricks zum Wohlfühlort für Kunden werden.

Welche Trends spielen in Sachen Store-Design derzeit eine Rolle?

Nach wie vor sind Pflanzen ein großer Trend in der Ladengestaltung, um Natürlichkeit in den Store zu bringen und den Grundriss flexibel zonieren zu können. Grundsätzlich sollten Trends jedoch nur die individuelle (Design-)Aussage einer Marke unterstützen und sie nicht alleine definieren.

Aktuell sehen wir in der Gestaltung vieler Stores vor allem eine starke Durchgängigkeit und Konsequenz. Statt auf individuell gestaltete Themenbereiche wird auf Konsistenz gesetzt, sei es eine bestimmte Farbwelt, Materialität oder das Thema Natürlichkeit.

Welche Materialien sind momentan besonders gefragt?

Generell steht für uns immer die Aussage der jeweiligen Marke im Vordergrund, die auf die Fläche gebracht werden soll. Davon inspiriert und geleitet setzen wir entsprechend auf die Farben, Materialien oder Möbel, welche die Markenbotschaft am besten transportieren. In Bezug auf die Materialwahl zum Beispiel verwenden wir bevorzugt echte Materialien, um Authentizität zu vermitteln und spannende Haptiken zu erzeugen.

Darüber hinaus beobachten wir aktuell auch beim Materialeinsatz einen starken Fokus auf wertige Natürlichkeit (z. B. durch den Einsatz von Holz, Materialien in Naturoptik wie Marmor, Stein, Beton, echte Pflanzen und Blumen, etc.).

Welche Rolle spielt der Boden? Cleane Flächen oder geschmückte Teppiche?

Wir sehen insbesondere einen Trend in Richtung natürliche Designs wie Terrazzo, Naturstein oder Betonoptik. Bei der Verwendung von Fliesen steht für uns übergeordnet ’so gut wie das Original‘ im Fokus, um durch eine perfekte Wiedergabe des Naturmaterials die beste Kombination von Optik, Beanspruchbarkeit und Budget zu erreichen. Luxusmarken werden nach wie vor auf hochwertige Parkettsorten oder Natursteine setzen. Kombiniert mit optischen Besonderheiten wie z. B. Teppichen lassen sich in beiden Fällen spannende Kontraste, haptische Unterschiede sowie unterschiedliche Zonen erzeugen. Dabei sind die Themen Clean und Teppich für uns kein Widerspruch!

Worauf kommt es in puncto Lichtverhältnisse und Warenpräsentation an?

Licht ist nach wie vor ein wichtiges Element, um dem Raum eine Dramaturgie zu geben, Zonen und Highlights zu schaffen oder bestimmte Produkte in Szene zu setzen. Der Einsatz von Licht kann die Stimmung eines Raumes maßgeblich definieren und gestalten.

Wie können digitale Tools auf die Fläche integriert werden?

Digitale Technik kann sinnvoll unterstützen, wenn sie hilft, den Kunden und sein (Kauf-)Verhalten besser zu verstehen oder Prozesse im Hintergrund zu erleichtern. Zusätzlich kann sie den Berater im Laden stärken, damit er sich uneingeschränkt um den Kunden kümmern kann. Denn dessen Bedürfnisse stehen in Zukunft zu 100 Prozent im Mittelpunkt.

So haben wir zum Beispiel mit unserem Kunden Peter Kaiser ein Shoebar-Konzept entwickelt, das den Verkauf im Store um digitale Elemente ergänzt und damit mehr Verkaufsmöglichkeiten bietet, ohne sämtliche Produkte im Lager haben zu müssen. Mit der Shoebar erwartet den Kunden ein Tischkonzept mit Musterschuhen, die 20 Farbvarianten und 34 Größen umfassen. Über ein Tablet kann die Kundin dann ihr Schuhmodell in jeder angebotenen Farbe auswählen und bestellen.

Der Store der Zukunft: Wie stellen Sie sich die Zukunft des stationären Einzelhandels vor?

Stationäre Handelsflächen müssen in Zukunft vor allem mehr Fokus, Inspiration und Erlebnis mit allen Sinnen bieten. Durch eine Mischung aus Kernsortiment und thematisch ergänzenden Artikeln, die aus anderen Branchen stammen und eine inspirierende Themenwelt erschaffen. Durch flexible Nutzungen der Flächen, die den Grundriss leben lassen, und immer wieder überraschende Arrangements oder Impulse bieten.

Darüber hinaus geht es aktuell und in Zukunft vor allem darum, Raum für Erlebnisse zu schaffen. Wir raten unseren Kunden, immer wieder Anlässe und Anreize zu kreieren, damit der Konsument in den Store kommen und dort auch verweilen möchte. Händler müssen darüber nachdenken, was den Kunden überraschen und über das Sortiment hinaus ansprechen kann. Das kann die Integration von Gastronomie sein, die persönliche Ansprache und Betreuung durch die Berater oder die wechselnd kuratierte und damit einzigartig zusammengestellte Themenwelt.

Sarah Amadio / 31.10.2018 - 11:54 Uhr

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