Gallery Shoes

Ulrike Kähler: „Der Neustart ist gelungen“

Nach der Messe ist vor der Messe. schuhkurier sprach mit Ulrike Kähler, Project Director Gallery Shoes, über die Premiere in Düsseldorf und die Pläne für das kommende Jahr.

Sie haben nach drei Tagen Messe positive Zahlen verkündet. Sie sind zufrieden?  

Ja, wir können sehr zufrieden sein. Wir haben einen sehr guten Start hingelegt. Angetreten sind wir vor einigen Monaten mit dem Ziel, 500 Brands hier zu versammeln und zwischen 8.000 und 10.000 Besucher zu gewinnen. Beides ist uns gelungen.  

Wie international war das Publikum?  

Wir gehen davon aus, dass der Anteil der internationalen Besucher bei etwa 60% lag. Ähnlich verhält es sich auf Ausstellerseite.

Es klang in verschiedenen Gesprächen mit Ausstellern durch, dass man sich mehr internationale Besucher wünschen würde – auch aus anderen Märkten.

Hier haben wir sicher noch Hausaufgaben zu machen. Das ist uns bewusst. Wir werden daher in naher Zukunft ganz gezielt verschiedene Märkte bereisen – etwa Osteuropa, aber auch in Skandinavien – und dort intensiv für unser Konzept werben.  

Händler weisen darauf hin, dass auch einige Marken gefehlt haben.  

Das ist sicher richtig. Einige Unternehmen haben sich entschieden, die Premiere erst einmal abzuwarten und dann hinsichtlich einer Teilnahme zu entscheiden. Anderen haben wir in den Wochen vor der Messe absagen müssen, weil wir schlichtweg ausgebucht waren. Für die Zukunft werden wir gemeinsam mit dem Betreiber des Areal Böhler Möglichkeiten ausloten, um einer möglicherweise steigenden Ausstellerzahl Rechnung zu tragen. Es ist allerdings nachvollziehbar, dass der Vermieter sich hierfür ein nachhaltiges Commitment für die kommenden Jahre wünscht.  

Besonders hervorgehoben wurde, dass die Stimmung auf der Messe – trotz der allgemein angespannten Lage in der Branche – ausgesprochen gut war. Woran lag das Ihrer Meinung nach?  

Ich denke, die Branche hat gemerkt, dass uns wirklich etwas an diesem Segment liegt. Darauf können wir aufbauen. Eine Rolle hat vielleicht auch die Tatsache gespielt, dass wir im Schuhbereich Newcomer sind. Wir sind manches anders angegangen als andere Veranstalter.  

Thematisiert wurde während der Messe auch der Termin. Für einige Anbieter scheint er zu spät. Im nächsten Jahr stehen die Termine der Gallery Shoes fest. Wie sehen Sie die langfristige Perspektive?  

Ich glaube, dass wir zu diesem Zeitpunkt keine Diskussion um den richtigen oder falschen Termin starten sollten. Auch die Frage, ob auf der Messe nun die Order oder die Information im Mittelpunkt steht, sollte jetzt nicht zum Problem werden. Wir haben die Veranstaltungstage für das kommende Jahr festgelegt – das kann der Branche nun Orientierung geben. Gleichwohl möchte ich darauf hinweisen, dass wir als Betreiber von zwei Messen – der Gallery und der Gallery Shoes – letztlich über vier Termine im Jahr verfügen. Damit können wir spielen, um den Wünschen einzelner Unternehmen noch besser Rechnung zu tragen. Sicher wird es in Zukunft viele Gespräche geben; und es wird Lösungen geben, damit jedes Unternehmen eine optimale Plattform zum richtigen Zeitpunkt findet.  

Speziell im Kinderbereich gab es Unmut hinsichtlich des Termins – das Geschäft sei bereits jetzt weitgehend gelaufen. Wie sehen Sie das?  

Ja, einige Aussteller haben mir dies auch mitgeteilt. Etliche andere waren allerdings auch sehr zufrieden. Ich betone nochmals: Das Areal Böhler steht uns an vier Terminen im Jahr zur Verfügung. Sollte Bedarf bestehen, werden wir auf dieser Basis auch für das Kindersegment gute Lösungen finden. Darüber werden wir mit den Marken sprechen.  

Die nächste Veranstaltung findet im März statt. Dann ist nicht damit zu rechnen, dass die Außenflächen so intensiv genutzt werden können wie bei der Premierenveranstaltung. Gerade diese Gestaltung wurde aber von Ausstellern und Besuchern sehr geschätzt.  

Unser Plan ist es derzeit, auch im März das Catering draußen zu gestalten. Einfach auch um die Ausstellungsfläche nicht zu verkleinern. Zudem gibt es Möglichkeiten, etwa mit Überdachungen und Wärmepilzen, um auch im März einen Aufenthalt vor den Hallen angenehm zu gestalten. Mit einigen Ausstellern, die jetzt bereits Außenflächen belegt hatten, sind wir schon in konkreten Gesprächen für die nächste Messe.  

Zu den Kritikpunkten gehörte die speziell am Montag kritische Zufahrtssituation. Es kam zu Staus und beschwerlichen Anfahrtswegen. Lässt sich dies für die Zukunft beheben?  

Wir können leider nicht alle Probleme in dieser Hinsicht beheben – aber wir haben das Thema zur absoluten Chefsache erklärt und werden uns mit maximaler Kraft um Optimierung bemühen. Ich habe die Problempunkte auch bereits politisch platziert. Im März werden keine Ferien sein und wir können dann bis zu 1.500 Parkplätze am Rhein nutzen. Das wird sicherlich schon helfen. Eventuell bestehen noch weitere Möglichkeiten auf dem Areal Böhler, die wir ausloten wollen. Wir werden auch noch mehr Verkehrsposten aufstellen, um noch bessere Orientierung zu bieten. Die Baustelle vor unserer Haustür war jetzt natürlich nicht förderlich – aber diese Situation wird im März hoffentlich auch schon anders aussehen.  

Auf der anderen Seite haben viele Aussteller den Service schon beim Aufbau sehr gelobt.  

Das verstehen wir als Selbstverständlichkeit. Unsere Aussteller sind unsere Kunden. Wir haben ihnen beim Ausladen und bei der Orientierung auf dem Gelände am Messevortag unser Team der ’Helping Hands‘ zur Seite gestellt. Schließlich war es für alle ein Neustart.  

Was war Ihr schönster Moment auf der Messe?  

Am Sonntagmorgen habe ich im Café des Eingangsbereichs gesessen und die Besucherströme beobachtet. So viele nette, freundliche Menschen kamen da aufs Gelände. Da habe ich gedacht: So viel haben wir nicht falsch gemacht. 

Petra Salewski / 31.08.2017 - 14:26 Uhr

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