HDE

Urteil zur Grundsteuer: Handel droht finanzielle Überforderung

Stefan Genth
Stefan Genth

Der Handelsverband Deutschland (HDE) mahnt, dass mit Blick auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgericht zur Grundsteuer und einer Neubewertung der Grundstücke den Händlern keine finanzielle Überforderung drohen dürfe.

„Wenn die vom Bundesverfassungsgericht angemahnte Neubewertung der Grundstücke dazu führt, dass die Grundsteuer massiv steigt, bringt das viele Händler in Gefahr. Gerade in den Innenstädten sinken angesichts des durch die Digitalisierung ausgelösten Strukturwandels die Kundenfrequenzen. Viele Händler stehen damit ohnehin bereits unter hohem Druck“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der Handel ist meistens Mieter seiner Immobilien, eine höhere Grundsteuer wird aber in aller Regel auf die Miete für die Ladenlokale umgelegt.

Eine höhere Grundsteuer trifft die Einzelhandelsunternehmen gleich in doppelter Weise. Denn Mieten werden bei der Gewerbesteuer teilweise wieder hinzugerechnet. Steigt die Ladenmiete, steigt also auch die Belastung aus der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung. Viele Einzelhandelskonzepte wie etwa Elektronikmärkte, Kauf- und Warenhäuser, Verbrauchermärkte, Möbelhäuser und Baumärkte benötigen große Verkaufsflächen von mehreren tausend Quadratmetern, um ihre Waren ansprechend zu präsentieren. Die Grundsteuer ist daher für die Händler ein relevanter Kostenfaktor.

„Wenn wir die Innenstädte vital und lebendig erhalten wollen, dürfen jetzt nicht über die Grundsteuer noch zusätzliche Belastungen für den Handel entstehen. Wir brauchen dringend eine tragfähige, wirtschaftlich vernünftige Gemeindefinanzreform“, so Genth.

Michael Frantze / 10.04.2018 - 16:10 Uhr

Weitere Nachrichten