Energiewende

Verbände fordern Entlastung beim Strompreis

Stefan Genth
Stefan Genth

Die deutschen Verbraucher werden auch im Jahr 2018 nicht mit einer spürbaren Entlastung beim Strompreis rechnen können, berichtet der Handelsverband Deutschland (HDE). Grund dafür sei die wohl nur leicht sinkende Ökostrom-Umlage.

„Der Handel zahlt zehn Prozent der Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien, obwohl die Branche nur einen Anteil von sechs Prozent am Stromverbrauch hat. Diese unfaire Verteilung der Kosten für die Energiewende bremst das Wachstum im Handel. Denn so haben die Kunden weniger Geld in der Tasche und die Händler selbst müssen höhere Stromkosten bezahlen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die beiden Verbände HDE und VZBV fordern deshalb Maßnahmen, um Verbraucher und Handel pro Jahr um rund 5,2 Mrd. Euro zu entlasten.

Nach Ansicht des HDE sei der Vorschlag, die Stromsteuer weitgehend abzuschaffen und so 3,4 Mrd. Euro an Belastungen einzusparen, ein probates Mittel. Außerdem sollen die Industrieunternehmen, für die in vielen Fällen Vergünstigungsregeln gelten, stärker in die Finanzierung der Energiewende einbezogen werden.

„Der Einzelhandel und die Privatverbraucher bezahlen mit überproportional hohen Beiträgen die Privilegien für die Industrie“, so Genth weiter. HDE und VZBV fordern deshalb eine „auf alle Schultern fair verteilte Finanzierung für die Energiewende“. Dafür sei nach Ansicht der Verbände ein Neuanfang nötig, der auf einem CO2-Mindestpreis als zentralem Element aufbaut. Auf diese Weise könne nicht nur die Finanzierung auf gerechtere Füße gestellt werden, sondern es gebe dann auch eine Lenkungswirkung für mehr Klimaschutz. Mit dem bisherigen System der EEG-Umlage sehen beide Verbände die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz für dieses wichtige Projekt in Gefahr.

Das gemeinsame Papier von VZBV und HDE finden Sie hier:
 

Michael Frantze / 11.10.2017 - 12:13 Uhr

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