GFK-Konsumklimastudie

Verbraucherstimmung sinkt weiter

Fußgänger in Innenstadt (Foto: Fotolia)
Fußgänger in Innenstadt (Foto: Fotolia)

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im Juli ein im Großen und Ganzen weniger optimistisches Bild. Die globale Konjunkturabkühlung, der Handelskonflikt und Brexit-Diskussionen verunsichern offenbar mehr und mehr die Konsumenten.

Die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Konjunkturerwartungen, die im vergangenen Monat durch den kleinen Anstieg aufgekommen waren, haben sich im Juli wieder zerschlagen. Das geht aus der aktuellen Konsumklimastudie der GFK hervor. Der Indikator verliert 6,1 Punkte und rutscht mit -3,7 Zählern erstmals seit März 2016 unter seinen langjährigen Durchschnittswert von null Punkten. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt mit -6,5 Zählern im November 2015 gemessen. „Der Handelskonflikt mit den USA, anhaltende Brexit-Diskussionen sowie die globale Abkühlung der Konjunktur lassen die Rezessionsängste weiter ansteigen. Vor allem Beschäftigte in den stark exportorientierten Branchen, wie zum Beispiel der Automobilindustrie und deren Zulieferbetrieben sind in erster Linie betroffen. Hinzu kommt, dass Meldungen über Personalabbau die Angst vor Jobverlust steigen lassen“, heißt es in der Analyse der GFK.

Einkommenserwartung erholt sich von Rückschlag

Nach dem herben Rückschlag im Vormonat erholt sich die Einkommenserwartung im Juli wieder etwas. Der Indikator gewinnt 5,3 Punkte hinzu und weist nun 50,8 Zähler auf. Damit kann er nur einen Teil der großen Vormonatsverluste gutmachen. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres wird ein kleines Minus von gut vier Punkten gemessen. Das derzeitige Niveau signalisiere, dass die Verbraucher auch in den kommenden Monaten von einem spürbaren Einkommenszuwachs ausgehen, auch wenn der Job-Boom der letzten Jahre langsam zu Ende geht, die Erwerbstätigkeit nur noch leicht steigt und die Arbeitslosigkeit kaum noch sinkt, teilt die GFK mit.

Anschaffungsneigung rutscht auf tiefsten Wert seit Oktober 2015

Im Gegensatz zu den Einkommenserwartungen muss die Anschaffungsneigung in diesem Monat Einbußen hinnehmen. Nach einem Verlust von 7,4 Zählern rutscht der Indikator auf 46,3 Punkte. Ein geringerer Wert wurde zuletzt im Oktober 2015 mit 44,7 Punkten gemessen. Nach wie vor weist die Anschaffungsneigung ein überaus gutes Niveau auf. Die Konsumlaune bleibt trotz des Dämpfers noch intakt. „Damit trotzt die Konsumneigung dem zuletzt deutlich gestiegenen Konjunkturpessimismus. Bedroht wird die Konsumlaune in erster Linie von einer anhaltend steigenden Angst vor Jobverlust. Denn sollte sich dieser Trend fortsetzen, wäre auch die derzeit gute Konsumkonjunktur in Gefahr. Dann müsste auch die Konsumprognose von 1,5% nach unten revidiert werden“, schreiben die Experten aus Nürnberg.

 
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Helge Neumann / 30.07.2019 - 08:17 Uhr

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