Berlin und Brandenburg

Verdi: Neue Streiks im Einzelhandel

Die bisherigen Tarifverhandlungen zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern des Einzelhandels in Berlin und Brandenburg blieben bisher erfolglos. Darum hat Verdi die Beschäftigten des Einzelhandels am 21. Juli zum Streik aufgerufen.

Wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bekannt gibt, sind die Einzelhandelsunternehmen Galeria Kaufhof Kaufland, H & M, Rewe/Penny, Thalia, IKEA, real und Zara vom Streik betroffen. Verdi rechnet mit 500 bis 600 Teilnehmenden.

Die bisherigen zwei Tarifverhandlungen mit dem Handelsverband für die Region haben laut Verdi gezeigt, dass die Positionen seitens der Gewerkschaft und den Arbeitgebern des Einzelhandels sehr weit voneinander entfernt seien. So boten die Arbeitgeber für die Erhöhung von Löhnen und Gehältern und Ausbildungsvergütungen tabellenwirksame Erhöhungen von gerade einmal 2,0% nach zwei Monaten ohne Erhöhung für das erste Jahr bei einer 24-monatigen Laufzeit. Für das zweite Jahr boten sie 1,8% Erhöhung der Tabelle an. Die in der ersten Tarifverhandlung noch angebotenen zusätzlichen Einmalbeträge von 150 Euro je Tarifjahr wurden zurückgezogen.

Verdi fordert hingegen die Erhöhung der Vergütungen um einen Euro je Stunde Arbeitszeit, was einer Erhöhung von etwa 6,6% entspricht. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro monatlich erhöht werden. Für die Tarifverträge soll gemeinsam die Allgemeinverbindlichkeit beantragt werden. Verdi-Mitglieder sollen eine exklusive Einmalzahlung von 300 Euro jährlich erhalten.

Ferner heißt es, dass es für Brandenburg außerdem um die Angleichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld an das Berliner Niveau gehe. Verkäuferinnen in Brandenburg erhalten immer noch mehr als 420 Euro jährlich weniger.

Im Einzelhandel der Region sind insgesamt 231.000 Beschäftigte tätig, davon in Berlin 147.000 und in Brandenburg 84.000.

Michael Frantze / 21.07.2017 - 07:59 Uhr

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