Tarifverhandlungen

Verdi ruft erneut Zalando-Mitarbeiter zum Streik auf

Für den 4. Oktober hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Zalando-Mitarbeiter in Brieselang erneut zum Warnstreik aufgerufen. Damit soll erreicht werden, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, nachdem im September die Tarifverhandlungen ohne Ergebnis beendet worden waren.

„Das Verhalten des Arbeitgebers Zalando in den Tarifverhandlungen ist nicht hinnehmbar. Einkommensbedingungen von 11,99 Euro pro Stunde bzw. 1.978 Euro monatlich seien in der Lesart von Zalando Maximalforderungen. Hierbei handelt es sich allerdings um das Mindesteinkommen für Beschäftigte in einem Handelslager in Brandenburg, wie Zalando in Brieselang eines ist. Die Lagertätigkeit bei Zalando ist körperlich stark belastend. So müssen die Beschäftigten für das Zusammenstellen der Ware für den Versand täglich bis zu 20 km zu Fuß zurücklegen. Eine Vergütung auf Handelsniveau ist mehr als angemessen“, so die Verdi-Verhandlungsführerin Erika Ritter.

Die Arbeitgeberseite biete laut Verdi bisher lediglich die Beibehaltung des aktuellen Niveaus bei Vergütungen, Arbeitszeiten, Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Zuschlägen an. Das sind Stundenlöhne in Höhe von 10,12 Euro bzw. 1.754 Euro monatlich, eine 40-Stunden-Woche, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Urlaub sowie Zuschläge weit weg vom branchenüblichen Niveau. Stattdessen fordere Zalando eine extreme Flexibilisierung der Arbeitszeiten mithilfe eines Arbeitszeitkontos mit +/-120 Stunden und jährlich bis zu 96 Stunden verpflichtende Mehrarbeit. Auch bei der Forderung nach mittelfristiger Standortsicherung habe Zalando bisher lediglich einen Zeitraum bis zum Jahre 2019 angeboten.

Michael Frantze / 04.10.2017 - 08:37 Uhr

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